Gegenwart

Denk ich an dich

Bei jeder Sorge denke ich an dich. Mein Zweifel hofft, dass er eine gute Figur macht. Meine Furcht zieht den Bauch ein. Ich lege die Stirn in Falten, drei in Gedanken an deine drei Muttermale auf dem linken Schulterblatt. Meine Wimpern stehen von selbst stramm, ich spüre ihre Erwartung, noch ehe die Erleichterung meinem Atem einen Schubs gibt: Zeit, Luft zu lassen.

Wer, der weg könnte, würde hier bleiben?

Am Fuß der Welt waren wir verabredet, Innenrist, hattest du noch geflüstert und ich war tatsächlich stolz mich an deine Lektion im Torwandschießen zu erinnern. Innenrist, wiederholte ich entsprechend konspirativ, und ordnete das juckende Kitzeln unterhalb meines großen Zehs von da an immer unserer Komplizenschaft in diesem Moment ein.

Wer, der wach bliebe, würde morgen erwachen?

Am Ende steht ein Anfang, der die Abzweigung verpasst hat, lacht dein Hunger so verschmitzt wie entwaffnend, als würden wir Waffen tragen, unsere Westen sind nicht nur rein sondern offen. Unsere Augen folgen deinem Hunger auf den Teller, der vor uns steht und das Mahl bereit hält, das uns nähren wird für diese Reise, die ein Traum, der alle Sorgen wahr und wehrlos machen wird, sobald wir die Augen öffnen:

m>Wer, der dich vergaß, würde dich erkennen?

Gelüste

Tag der Zarten, der sich im Himmel noch Verlaufenden

Tag der Zarten und zärtlich Neckenden,
der Hauchenden und Streichelnden,
der am seidenen Faden nistenden und
dem am Tautropfen nippenden.

Tag der morgens Errötenden und der
Verblassenden noch beim leisesten Spott,
der sich ankündigende Wunder kuratierenden
und der Schattenrisse flickenden.

Tag der Zurückbleibenden und -haltenden,
der sich im Nebel auflösenden und im Wasser
verschwimmenden, als wäre die Welle Wind,
der durch die Fasern fährt, als wäre Nichts das,
was bleibt, wenn die Zeit zwischen unseren Fingerkuppen schmilzt.

Tag der Sanftmütigen und Linderung verheißenden,
der Blinzelnden und Scheuen, derer, die ihre Wange
wehmütig dem Regen anheim gebenden für einen Kuss,
der so flüchtig, so zart, so zärtlich, so Flügel sich verlegen
flatternd von einer Seite auf die andere flüchten lassend.

Tag der Anbrechenden, der an der Dämmerung zerbrechenden,
der sich im Kreis an das Kurveninnere schmiegenden,
der noch im tiefsten Zweifel Hoffnung zwischen den Dunkelheiten aufspürenden,
der Tastenden und Weichenden, der Milchglasscheiben austrinken wollenden,

Tag der Verweilenden und die Liebe kosenden. Tag derer, die werden, während der Augenblick sich aus dem Staub macht und die Landebrücke die Beine hochzieht. Tag der sich im Himmel noch verlaufenden.