Gegenwart

Einstweilen

Screenshot 2018-12-07 14.10.04

 

Einstweilen den Daumenfingernagel streicheln.

Einstweilen dem Schweigen ein Bett bauen, mit Plumeau und Himmel, mit Bettkasten und ohne Wecker.

Einstweilen der Sprache auf den Leim gehen, Siegellack nachgießen und Finger für Finger in Lettern pressen, denen die Serife abhanden gekommen ist.

Einstweilen Jahrhunderte verpacken, in Hunderter, Zehner, Zwanziger und ein paar Zerquetschte.

Einstweilen Falten verwöhnen, Massagen anberaumen und Photoshootings, liebevoller auf Lücke gedealt als jede Wimpernallee.

Einstweilen Gedichte ausmalen.

Einstweilen Wunden füttern, Umami voran, Salz nur in Nebensätzen.

Einstweilen dem Wetter berichten, von heute, gestern und morgen, Wahrscheinlichkeiten nicht nur vortäuschen, sondern mit dem Briefmarkenalbum vertonen.

Einstweilen Texte auf Lücke schreiben.

Einstweilen Wohl finden, und Weile ad absurdum führen. Im Einst leben und das Morgen schmoren lassen. Sieben auf einmal öffnen und dem Pfau die Tür.

Gegenwart

Mise en place I

Make Type Not War |

Mise en place zwischen Wenn und Dann, das Und an die Stirn, das Aber backbord, die Kommata auf die Warteliste lehnst du auf der 12. Du sagst kein Wort, das du nicht hälst, bis es alleine steht. Wohl dem der zwei Beine, flüsterst du, eins zum Stehen, eins zum Spielen und Knie und Hüfte um zwischen beidem zu unterscheiden.

Kinnzentriert hast du die Teller deinen Gästen serviert, geleert bis auf den letzten Krümel, es solle keiner sich auch nur zum Räuspern gereizt fühlen. En contraire. Jedes R hat eine eigene Serviette, blütenrein, silberbereift, rechts vom Teller, schritthaltend mit der zur Tischmitte abschließenden Goldkante.

Mahlzeit war gestern, hier wird abserviert, verabschiedet und Platte gemacht. Wer schweigt, fliegt ein paar Tische weiter, an der der Kelch vorüberging, den du zu füllen versäumt hattest. Vergessen ist Pflicht, Gewissen geduldet, das Ruhekissen kommt als Gruß aus der Küche, mit Lavendel- Ganache und Brandflecken.