Gelage

Juninächte mitohne Mond

Nicht einem Post das Recht oder auch nur die Möglichkeit, die Ahnung der Möglichkeit, geben, er könne der letzte sein. Stattdessen nachts nackt auf dem Balkon, einen halben Hintern auf dem Canapé, ein wonneproppenes Nutellabrot in der linken Hand, Gedankenrudel willkommen heißen. Vollmond, ich hör dir trapsen, aber noch ist Sturm.

Je näher der Sommer, umso schweratmender die basilikumtrunkenen Nächte, umso deutlicher die Spuren, die der bare Ballen auf dem aufgewärmten Balkonboden hinterlässt. Nachts gießen hält Topfpflanzen und Gedankensprösslinge grün, auch hinter den Ohren. Das macht ausreichend Mut, auch am nächsten Tag das Bett zu verlassen, trotz entblößender Helligkeit und lauerndem Telefonklingeln.

Wenn der Weg dann weiter und die Luft knapper, blüht die Lunge flügelweise auf, Tulpen zu beschämen, Windrosen zu schächten und keucht ein Lied. Sie aber bleibt, summt gottverlassen das Lied der noch fernen Morgendämmerung. Einer sagt , sie drapiere sich. Sie aber weiß um den Genuss der Stunde zwischen 02:00 und 03:00 wenn der Tag noch fern enough, um keine Angst zu machen.

Gelage

Verarmt und zugenäht

Verarmt und zugenäht
nächtigt mein Herz
bei wechselnden Leibern,
säht Hungerödeme,
provoziert Hodenkrebs

Dem Kind im Mann
hält es erst posthum die
Stange, anonym übrigens,
proklamiert pünktlich zum Mai
Schicht, Schulgeld und Kirschkernkissen

Nichteinmal Hartz 4,
aber immer eine Handbreit HB unter dem Puls
stehe ihm schon von Amts wegen zu,
keuchst du zwischen zwei frittierten Tintenringen,
während er stoisch seine Herzkranzgefäße mit Ziernähten
aufpeppt

Vegebens.