Geliebte

alles egal, denn du lebst

Groß ist er nicht geworden. Nicht noch größer jedenfalls. Immer noch viele Jahre jünger, aber ein Mann jetzt. Der Akzent ist immer noch der Gleiche, immer noch nur manchmal hörbar. Zwischen den Zähnen, wenn die Empörung der Contenance eins auswischt. Dem Himmel sei dank. Und dann sitzen wir auf einem Sofa, ich auf dem Trockenen, er bei Whisky Sour und die Nähe wächst. Wächst und gedeiht. Füllt den Raum um, die Leere in uns. Macht sogar meine Hände warm.

Sieben Jahre sind mindestens sechs zu viel des Schweigens und die eine Umarmung zum Abschied mindestens sieben zu wenig. Mit Worten streicheln, war fast alles was möglich war. Und ein liebkosendes Lächeln. Alle paar Minuten in das beredte Schweigen gestreuselt. Auch viel gesagt, natürlich, mitohne Worte. Geteilt, das Erlebte, Erwünschte. Das Versäumte auch. Und das Schmerzende vor allem. Nichts beschwiegen.

Ein wenig mehr Zeit hätte sich auch die Sonne mit dem Untergehen lassen können, der Regen mit dem Fallen. Das Gewitter kam erst recht unangemessen, und eigentlich alles, aber egal, denn du lebst.

Geliebte

Stille am Fuße der Ngong-Berge

Nicht in Nairobi, wohl aber in Viseu gab es einst, gibt es noch, einen Sehnsuchtsort voller Gitarren, Saudade und Nächten mit Sieben-Meilen-Stiefeln. Lange ist das jetzt her und doch schrieb ich davon bei Hannah.