Geliebte

Zwischen zwei Steinen eine Stille für Zwei

Zwischen zwei Steinen hast du dir eine Lücke ausgebeten, in die kein Meter passt, kein Haus, nicht einmal ein Mensch. Eine Lücke, die wahrgenommen werden möchte, ein- und ausgehalten. Eine, die ohne Zahnschmerzen auskommt, ohne Bauzaun. Eine Lücke, die Leerraum ist und Kommandobrücke, die eher an- als abwesend wirkt, so als wäre sie selbst der Stein, die Substanz, das Wort, und die Steine stünden der Leerstelle stumm Spalier, eine Stille für zwei.

Zwischen zwei Leerstellen hast du mir einen Stein gelegt, nicht das Tarot, einen Stein, der kein Hindernis sein möchte, sondern Freund, Pausenzeichen,  Landmarke und Zäsur. Bis hier her und nicht weiter reicht dein Weg, danach beginnt das Land hinter dem Stein, das womöglich einem anderen gehört, grüneres Gras bereithält, fruchtbareren Boden. Frag nicht nach seinem Namen, bietet der Stein dir seine Stirn, wirft seinen Schatten nonchalant hinter sich.

Zwischen zwei Momente hast du eine Stunde gelegt, 60×60 so in die Ruhe zementiert, dass Raumergreifung und Raumbegreifung gleichermaßen möglich, Zeit hin oder her, Perpetuum mobile, das sie ist, auch wenn sie sich noch so sehr dagegen währt. Nach der Gegenwart ist immer vor der Gegenwart, und was heute noch Zukunft, www – Weite, Werte, Wunder, ist morgen schon Erinnerung – Amen, Altlast, Ankerklause. Der Schritt von eben zu ewig dauert genau solange, wie du dich ihm hingibst.

Geliebte

Häuptling Gezähmtes Herz

Dein Haupt mir in den Schoß legen, deine Schulter an meiner Hüfte. Dein Haar streicheln, den Ansatz nachzeichnen, Strähne für Strähne auswendig lernen, die grauen und die braunen Töne, den Refrain jenseits des Scheitels und im Nacken hinten die tiefe Stille, die ich so liebe, und die dich im reinsten Bariton schnurren läßt.

Innehalten, alle zehn Fingerspitzen auf einen Streich und das leise Glück, dieses nur inwendig hörbare dir hinters linke Ohr pusten, da, wo die Gänsehaut wohnt und das Ohrläppchen nur pro Forma Schmiere steht.

Wenn du kannst, erobere ein Herz, murmelst du, und ich ich stibitze dir alle beide, das große repräsentative, und das kleine schmiedeeiserne, das so gern gezähmt werden möchte, aber noch nichtmal alle Zahnlücken unter Dach und Fach hat.

Einsteigen bitte, persifliert dein Traum souverän jeden Anflug von Realität, wir schließen heute eher, weil morgen Feiertag, habe die Ehre! Und ich den Mut, kontere ich schweigen, halte dir die Tür offen, bis du aufwachst und deine Hoffnung den Mantel ablegt, ihr Brusthaar so nonchalant entblößend, das selbst der Schaffner schwach wird und das Ziel der Nacht unterordnet, deinem Haupt in meinem Schoß eine weitere Nacht gewährend.