Gelüste

Deine schüchternen Wimpern

 

Schilf am See | © Anne Seubert

Deine schüchternen Wimpern necken.
Deine flüchtigen Träume an die Leine legen.
Deinem Ruhepuls eine Gardinenpredigt halten.

Es könnte, wenn es wollte, wie das Licht, das den Schatten so liebt, dass es ihn wirft, in gefältelten Bögen, die deine Haut zittern machen, demi-plié, da wo mein Daumennagel seine Initialen gepostet und in 2 Minuten 3 Likes geerntet hatte und einen Schauer losgetreten, der dein Herz unter Wasser und deine Wade in Stein gemeisselt hat. Nass wurde keiner, den Schirm hatte ich gleichwohl geöffnet, einen pergamentenen Tempel aufspannend, der uns Licht und Schatten, Heim und Welt.

Deine warmen Wangen in eine Kurvendiskussion verwickeln.
Deine Knie auflaufen lassen.
Deine Ellbogen in die Arme nehmen.

Es war einmal und ging dann in Serie, noch bevor die Rechtefrage geklärt und der Pilot abgehoben hätte, dabei fliegt, wer die Temperatur nicht misst, dem Sturm nicht in die Augen schaut, unter dem Radar und das deutlicher, als ihm lieb und teuer, als ob der Preis entscheidet, ob Cliffhanger oder Happy End, dabei bist du es der zählt, bis alle sich versteckt und du suchen darfst.

Hinter deinen Ohrläppchen Fernwärme installieren.
Deinen Pony gegen den Strich kämmen.
Deinen Lenden die Hand auflegen.

Es wird, wenn nicht gut, dann besser, wenn nicht schön, dann sonnig und das samt Vorschuss und Schilf um einen See, der nicht nur sonntags geöffnet sondern Ufer satt, mit Buchten und Badenixen, mit dir unter einem Baum, der seine Früchte hochgesteckt trägt und immer im richtigen Moment fallen lässt, egal wie der Wind steht, als ob der je stünde, das Tanzbein sachte deinen Innenschenkel tangierend, das Standbein am Strand.

Gelüste

cigarettes ohne alkohol

Über den Wolken | © Anne Seubert

im schatten der morgensonne trägt der alltag vokuhila und walkman und wünscht sich jane fondas kondition auf die hüften. erstmal kaffee, dann wollen wir doch mal sehen – und hören und schmecken und riechen und schliesslich auf einem bein tanzen. engtanz, zeitungspapier, erinnerst du dich, immer wenn die musik aussetzte wurde halbiert.

moitié-moitié auch das käsefondue, das brot und die zeit, die du mir anbietest: eine hälfte wach, eine geträumt und dazwischen gehen wir schwimmen! das wasser hat abstand genommen von dem, der sich strand nennt und mit vornamen gerufen werden will, sollte er je auf dem roten teppich landen bevor er aufwacht. ich halte still und die tür auf, es könnte ja jemand geklingelt haben.

der wecker im ruhestand, die unterwäsche noch auf achse, und die zahnseide am abgrund, du aber stehst, die wimpern getuscht. frischgeduscht geht das erste lächeln aufs haus, die erste träne kostet ein vermögen und die schweigende mehrheit das leben hinter dem applaus, da wo die hände stoffe falten, die das leben webt: wildleder an wolle, feder und korn, moos und bindfäden, die der regen dir um den leib schnürt, jetzt darf auch die sonne mal kosen.