Gelüste

Und wenn schon!

Kommste mit? / © Anne Seubert

Und wenn schon alle Nächte neben dir lagen,
und wenn schon alle Tage dir zu Ehren früh aufgestanden waren,
und wenn schon alle Lippen deinen Geschmack unter ihren Herzen trugen,
möchte ich meine Haut entblößen, dich willkommen zu heißen.

Und wenn schon!

Und wenn schon alle Herzen deinen Namen trugen,
und wenn schon alle Ringe deine Finger umschlossen,
und wenn schon alle Wasser deinen Nacken kühlten,
möchte ich meinen Gaumen mit dir benetzen.

Und wenn schon!

Und wenn schon alle Hosen deine Knie umschmeichelten,
und wenn schon alle Orakel deinen Namen riefen,
und wenn schon alle Rosen deine Blüten trugen,
möchte ich mein Meer ausschütten, dich an Land zu spülen.

Und wenn schon, dann jetzt erst recht.

Gelüste

da wo andere liebe machen

Eingang zur Liebe, Görlitz | © Anne Seubert

 

du lachst wenn ich liebe und
wenn ich liebe, knickst du ein.
knickst und kniest zwischen meinen schenkeln
rätst nummernschlösser und verweist auf windschiefe apfelbäume
jenseits der comfort zone, jenseits von sonne und gischt.

da wo andere liebe machen seufzt du von tausend und einer nacht,
die den tag noch zwischen den zähnen,
das abendrot bereits rückenfrei zwischen nackten schultern trägt,
die dir halt, obdach und komplizin zugleich.

zum schein zeigst du zähne, den rauch schlürfst du auf ex
und als mein zittern nachlässt servierst du den schall auf eis, echo in endlosschleife
– klappern ist handwerk –
und deine castagnetten massgeschneidert für meinen schritt.