Gelüste

blumen, locken, strand und beton

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wenn wesentlich wird wer abwesend
wenn graut was nach mitternacht feiert
wenn kalt was knietief umarmt werden möchte
wenn nüchtern noch die promille

wenn entzwei etwas spüren wollte und
dein haupt nicht nur blumen verlockt
sondern auch meiner gedankenflut heimat
bin ich meer an deinem strand und sei er aus beton

und seist du rosenrot nur aus wut
und aus purer höflichkeit bis zur schnittkante auf goldkehlchen poliert, ich zöge dich hinaus aufs offene wasser zwischen deinen wimpern oder wie auch immer du den see nennst, der zu deinen füßen ankert, während du schläfst.

ich möchte den tüll unter deinem rock toupieren,
die nackte angst gassi und zum barbier führen,
deinen blick lambada tanzen lehren und dich auf perlen betten,
die noch gezeugt werden wollen.

Gelüste

1, 2 oder 3?

gegen die wand stellst du die wunden der nacht, öffnest dem spätsommer die tür mit einem in weihrauch geschwängerten gedicht auf den schenkeln, das deine lippen badeanzug statt bikini tragen lässt: 1, 2 oder 3 ? weiter kann der tag den rock nicht heben, das knie auf zwei viertel vom takt gebucht, fordert horrende ablöse und rettungsring und zwei whisky cola auf eis.

wie damals! prustend leckst du das laub dem alt gewordenen asphalt aus der kurve, den schatten fernzuhalten suchend, der schon wieder bein zeigt, als bekäm er’s gezahlt. augenbraue für augenbraue, zuckt das grün in tönen zwischen betonpflanzen, bühne bordend für den nächsten mensch, der hält, was er nie zu träumen wagte und die hüfte nicht nur als bindeglied missachtet.

halleluja wäre jetzt fies und pathos und drei oktaven zu tief gelagert, dann lieber die stimmgabel ins haupthaar, den alltag in den kofferraum und einem laib gehuldigt, der alles nährt, was da hungert, aus minuten einen tag und aus leere ein gefäß macht, dem man wein sein möchte.