Gelüste

Umarmungen pflasterten ihren Weg

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Wort für Wort willst du mich über Lippen schippern, der Schenkel Herr werden, die Inseln des Konjunktiv links liegen lassend, den Imperativ bevorzugen: Sei dir wärmendes Du, deinem Ich keinen Spiegel sondern offene Arme vorhaltend. Sei mir Wanne und Woge, offen wie die See, ungestüm wie die Gischt und unzumutbar zärtlich im Abgang.

Ich wisper’ dir leise Vergnügungen aufs von dir immer wieder bevorzugte Abstellgleis während der Schokoladenkern flüssig und der Winter vor der Tür bleibt, stumm wie kalt und mit der Kraft, uns im Haus zu halten.

Vorhang auf, eine Zigarettenspitze Distanz, please, wenn ich bitten dürfte, danke!

Einatmen und deine Sehnsucht kalben machen, alle Rauchzeichen in den Wind schlagend. Die Sonne kurz vorm Untergang abpassen und zu einem Schattenspiel ausführen. Der Angst Stolpersteine in den Weg legen, Umarmung für Umarmung. Deiner Scham ausweichen, deine Schönheit umgarnen, Faden für Faden dir zwischen Wut und Wagnis weben: rouge. Deiner Schüchternheit streichelnd eins auswischen. Dir ein Wort auf die offen gebliebenen Lippen legen, geschenkt!

Gehen, bevor der Abend errötet, dein Antlitz auf die Bühne bitten für 1, 2, 3 Zugaben. Das Meer zurückpfeifen und der Wonne den Strand und den Steg überlassen, dessen hölzerne Wärme ich unter meinen Ballen spüren werde solange ich einen Fuß vor den anderen setzen werde. Am Ende ein Arm zu viel und zu wenig, den Ellbogen überspannt, meint man fast, bis der Auftritt dem Ausritt die Show stiehlt, wohlwissend dass es um Mitternacht nicht zurück in den Stall geht, sondern an Land, dessen Zunge sich bereits betont nachlässig die Lippen leckt. Enchantée!

Gelüste

Im Schatten meiner Locken

Morgens

Im Schatten meiner Locken liegst du und weißt, es gäbe gute Gründe aufzustehen und mindestens einen dagegen. Dagegen zu sein ist kein Argument für einen wie dich, der sein halbes Leben dagegen verbracht hat, du bleibst so offensiv grundlos liegen, dass es auch mir schwer fällt, meinen Leib aus den Laken zu bewegen. Die Laken, die uns Bühne waren, in diesen heimlichen Nächten, in denen der Schlaf um seine Existenzberechtigung kämpfen muss.

Kämpfen ist so 80er, maule ich dösig und du lächelst spontan alles in den Schatten, was noch im Licht der Nachtischlampe zögert, jedes Fitzelchen Haut, jede Zehe, jede Wimper. Gräbst Mulden in Kissen, meine Wange zu betten, täuscht Nacht vor, auch wenn der Morgen längst graut und wir mal wieder vergessen haben, die Vorhänge lückenlos zu schließen. Zwei Leiber, 5 Kissen und ein Laken zähle ich auf, lasse Raum für den Kaffeeduft, der uns jetzt gut zu Gesicht stünde, besser als jedes Licht zumindest.

Licht, das sich aufmacht, den Tag zu weiten, das Leben sichtbar werden zu lassen und dich Schatten werfen. Schatten so tief, so manifest, dass ich locker darin untergehe, bis der nächste Landgang ansteht, vorzugsweise nachts.