Gelüste

Balsamicobutter auf nüchternen Magen

Wespen, Honig, Abschied! Man will dich in den Arm nehmen und sanft die Mulden zwischen wehmütigem Hirn und tragenden Schultern walken. Dir Semmeln schmieren und ein Fußbad richten, einen Horizont an den Wannenrand zeichnen, der Lust macht, loszulaufen. Man will Minzblätter zupfen aus Nervosität und Pancakeberge verschlingen, nur weil Sonntag ist und Sommer und du da.

Weil du schreibst wie ich lächle, knipst meine Kamera Punkt, Punkt, Komma, Strich statt architektonischen Highlights. Highlights, die den Teufelsberg über den Alex stellen und unter die Spree einen Gewölbekeller bauen, der nur mit Mittelscheitel zu betreten. Weil ich schon wieder kalte Füße bekomme statt Butter will ich Balsamico und deine Stimme durchs Telefon, lächelnd, weil die Sonne scheint und du zwar die Badehose umsonst mitgebracht, aber dafür drei Meter Lust unterm rechten kleinen Zeh dabei hattest.

Dass da auch Zärtlichkeit haust, hinter deinem Kaffeewunsch war mir schon klar. Dass du Angst hast, erst beim zweiten Whisky. Und doch, man will dich nüchtern küssen, die Zehen – 1 bis 10 – im kalten Wasser, die linke Schulter kurz vor Sonnenbrand und mein Rücken an einer Brust, die Haare hat und zwei Seelen mindestens.

Gelüste

Ein Lächeln unterm Arm

Komm, lass dich verlocken! Leg dir den Halbschatten heute mal quer übers Knie und würfele dir ein Selbstportrait. Dreifach erfunden und auf Watte gebaut. Aber immerhin: uferlos. Sag, dass du singst, wenn du keuchst, wenn du Lachfalten webst, wenn du über und über mit Federn dich bedeckst und Surrealismus vortäuschst wo Albernheit regiert. Und Wut.

Komm, lass dich ein. Nimm mir den Mut und bau uns ein Haus. Am See meinetwegen mit Steg auch und Pappelhain. Und einem Tisch, den du mir deckst, wenn ich komme. Aus mir heraus. Nieder. Wieder auf die Füße. Wenn ich lache, dass nicht nur du dich willkommen geküsst fühlst in diesem Leben, das seine Regeln gerade wieder neu gemischt. Auf Abstand!

Komm, lass dich nicht aufhalten. Geh auf! Unter! Über vor Scherereien. Ich will ein Oh und ein Ah und ein Feuerwerk, den Knall auf einem Extrateller und ein Jahr nur für Worte und Bilder und dich und die Campagna. Ein, zwei Regentage und eine Woche voller Regentagerennen. Vor dem Untergang flüchten wir, ich habe uns ein Meer geschöpft aus Mohnsamen und Quarz und das Lächeln mit Spinat zwischen den Zähnen schon unterm Arm.