Gelüste

Balsamicobutter auf nüchternen Magen

Wespen, Honig, Abschied! Man will dich in den Arm nehmen und sanft die Mulden zwischen wehmütigem Hirn und tragenden Schultern walken. Dir Semmeln schmieren und ein Fußbad richten, einen Horizont an den Wannenrand zeichnen, der Lust macht, loszulaufen. Man will Minzblätter zupfen aus Nervosität und Pancakeberge verschlingen, nur weil Sonntag ist und Sommer und du da.

Weil du schreibst wie ich lächle, knipst meine Kamera Punkt, Punkt, Komma, Strich statt architektonischen Highlights. Highlights, die den Teufelsberg über den Alex stellen und unter die Spree einen Gewölbekeller bauen, der nur mit Mittelscheitel zu betreten. Weil ich schon wieder kalte Füße bekomme statt Butter will ich Balsamico und deine Stimme durchs Telefon, lächelnd, weil die Sonne scheint und du zwar die Badehose umsonst mitgebracht, aber dafür drei Meter Lust unterm rechten kleinen Zeh dabei hattest.

Dass da auch Zärtlichkeit haust, hinter deinem Kaffeewunsch war mir schon klar. Dass du Angst hast, erst beim zweiten Whisky. Und doch, man will dich nüchtern küssen, die Zehen – 1 bis 10 – im kalten Wasser, die linke Schulter kurz vor Sonnenbrand und mein Rücken an einer Brust, die Haare hat und zwei Seelen mindestens.

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