Geliebte

Dancers on the Wall

Dancers on the wall

Wie du vor mir die Treppe Treppe sein lässt und den Stufen Grazie zusprichst, die sie sich selbst nie zugestanden hätten. Wie du das Licht zur Zurückhaltung ermutigst, das sonst viel zu grell. Wie du der Dame am Tresen ihr längst verloren geglaubtes Lächeln wieder aufsetzt.

Wie du dem Aufzug eine Hauptrolle ins Drehbuch schreibst, als Geheimagent und Komplize sogar, der er sich schon längst mit der Statistenrolle abgefunden hatte. Wie du Dein Ja in zehntausend Schritte zerlegst und jeden davon bis zur Unerträglichkeit auskostest. Wie du der Zeit beibringst, Minuten in Stunden umzuwandeln, ja sogar rückwärts gehen.

Wie du den Schatten an der Wand  das Tanzen beibringst, sobald wir auch nur dem Szenenbild gewahr werden und noch ehe wir es betreten, lässt mich adhoc meine Tanzschuhe einpacken. Könnte ja sein, dass du morgen beschließt, dass Mitternacht und deinen Zauber schlafen legst.

Gegenwart

Dem Status Quo eine Liebeserklärung

Dem Status quo auf die Nerven gehen;
Rütteln, immer und immer wieder,
ihm das Dolce Far Niente als spätpubertär madig machen,
und die Gegenwart als noch lange nicht ausgereift in die Nachmittagssonne legen.

Dem Status Quo die Steuererklärung um die Ohren hauen!
Zeter & Mordio in den Vorstand berufen,
und der Scheinselbstständigkeit Standesdünkel zum Vorwurf machen.
Ja, auch du!

Dem Status Quo eine Liebeserklärung machen;
Wer, wenn nicht du;
Wann, wenn nicht wir,
und wie, wenn nicht Quotenjungen wie du eine Ehrenrunde drehen,
und Grenzgänger wie mich kulant huckepack nehmen.

Das Jetzt ist groß genug für uns beide
und das einzige, das wir haben.