Gegenwart

Die Welt hat geöffnet

Die Welt ist geöffnet

Sieh an, die Welt hat geöffnet und sich gleich einiges vorgenommen. Der Vorratsschrank soll ausgemistet, der Vorgarten neu gestaltet werden, der Bahnhof umgebaut, der Himmel abgetaut und der Horizont am liebsten ganz neu gezogen werden.

Die Ideen ahnen ein Auftragsvolumen jenseits des Üblichen und krempeln innerlich nicht nur die Ärmel, sondern auch die Socken hoch, Zeit, Wade zu zeigen und weit auszuschreiten! Der Schrittzähler wird lieber erstmal ausgeschalten, abheben ist der Plan, so kristallisiert es sich langsam heraus. Der Mut legt sich angesichts der ersten Pläne lieber erst nochmal hin, es könnte ein langer Tag werden, es könnten lange Wochen werden, er wollte ausgeschlafen sein.

Das Catering ist das erste, was steht, die Stullen schmiert die örtliche Feuerwehr, die sich auch um das Wetter kümmert, das man aus Erfahrung nicht dem Wetter überlässt. Die Landebahn wird gemeinsam in Augenschein genommen und der Medienpartner verspricht Luftaufnahmen und die Sicherung des Luftraums ganz allgemein. Und als der Bademeister seine legendäre Brause samt Schwimmbadwaffeln zum Dessert ankündigt, wird allen klar, das Dabeisein diesesmal keine Frage der Ehre sondern des gesunden Menschenverstands!

Geliebte

Träum schön, Sweetie!

Morning after

Heute beerdige ich meine Lieblingsangst, Waldfriedhof, dritte Reihe links und den Frust packe ich bei der Gelegenheit heimlich mit ins Grab, Zugabe kann ich! Das Kirschkernkissen im Nacken sorgt für entspannte Rückenlage, convenience siegt immer und ich möchte, dass sie gut und tief schläft und gar nicht erst auf die Idee kommt, sich nochmal umzudrehen!

Sie hat gute Dienste geleistet, das treue Stück, fürsorglich bis zur Selbstaufgabe, hat sie sich oft vordergründig im Hintergrund gehalten und war gleichzeitig nie um einen großen Auftritt verlegen. Dramaqueen ihr zweiter Vorname! Hatte sie mir in der Vergangenheit nachhaltig die Stimme abgedreht, sing ich ihr heute ein Ständchen mit Blick auf ihre gefalteten Händchen, und die nehm ich ihr nicht ab. Ich sehe die dreckigen Fingernägel, die Hornhaut, und die durchgedrückten Knie und setze auf No tears, no Fears!

Heute beerdige ich meine Lieblingsangst. Ich habe ihr Trockenblumen mitgebracht und künstliche Tränen, der Sarg steht noch offen, aber die Augen sind zu, die Lippen verschlossen, keine Widerrede zu erwarten. Sie hat lange durchgehalten, wusste Konkurrenten stets galant auszubooten und neue Projekte an Land zu ziehen. Die gute Miene war ihre Sache nicht, Spiel, Spass und Feierabend ließen sie kalt, bis der Schweiß Prozente gab. Aber ihren vermaledeiten Purpose, den hatte sie stets bar auf der Hand.

Träum schön, Sweetie, ich wünsche dir Ruhe in Fetzen und ein langes Leben auf der anderen Seite, dont look back, hier vermissen wir dich nicht!