Geliebte

Warm halten und im Blick

Warm halten

Bleibend weglaufen.
Bis auf die Knochen durchnässt trocken bleiben.
Sehnend klar sehen.
Drei Gänge Salat essen.
Umdrehen. Umziehen. Umwerfen.

Sterne bunkern.
Küsten angeln. Ausnehmen auch.
Mit bloßen Sohlen losstiefeln.
Die Mahlzeit für die Kunst unterbrechen – Amuse Âme.
Wundern. Wehren. Wahren.

Verlustieren &
bei der Gelegenheit das Fell justieren.
Fragen und Antworten verbandeln.
Den Waldrand verzärteln.
In deine Abwesenheit verlieben.

 

Gedanken

Bin ich zu laut?

Wellenrausch | © Anne Seubert

Punkt, Punkt, Komma, Str… ich
fliege auf den Mond, ich
rieche nach Staub
unter den Himmeln, die sich da auftun,
weint ein Wagenrad und dreht
und dreht ein Ding nach dem anderen,
ohne den Fleck zu verlassen:

Kreise aus Sonnenlicht und Erdanziehung,
aus Muße und Müssen,
aus Werdegang und Weltenschmerz.
Ich weine mit, weil sich das so gehört und –
weil du dich räusperst.

Bin ich zu laut?

fragt die Welle beim Anklatschen
und lächelt der Steilküste entwaffnend, aber keineswegs salzarm
ins Unterholz.

Full House!
lässt diese nicht nur erahnen, bleckt die kalkstrotzenden Zähne
und schickt die Welle zurück ins Meer:

Auf zu neuen Ufern, my rolling one,
mögest du Land machen, wo andere
das Licht suchen und doch nur ihren Schatten werfen:
Bin ich zu laut, sind wir zu zweit!