Gedanken

Im Kino spielen sie Gesundheit.

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Im Kino spielen sie Gesundheit.
Auf die Bank geht es nicht ohne Maske.
Zum Friseur ggf. erst nach den Eisheiligen wieder?
Blöd wenn man krank ist, noch blöder wenn die Welt sich einen hartnäckigen Virus eingefangen hat.

Jetzt heisst es den inneren Frederik auszugraben und zu zeigen, was so ein co-kreierter Wadenwickel 4.0. ist. Reden wir nicht die ganze Zeit von Coworking, Diversity, Partizipation und wie toll wir Menschen gegenüber Künlichen Intelligenzen sind? Jetzt haben wir die Chance unsere Menschlichkeit, unsere Intelligenz und Kreativität auszuleben.

Go for it, so eine Chance kommt hoffentlich so schnell nicht wieder!

Gedanken, The Story behind the Picture

Der Tag der Gießkanne

Der Tag der Gießkanne | © Anne Seubert

Ich war als Kind gerne und viel alleine. Zehn Jahre war ich als Einzelkind prädestiniert dazu und habe gerade in den Urlauben variantenreiche Welten und Spiele entwickelt. Es wurden Dinge zum Leben erweckt, Puppen, Seen, Pflanzen – und Gießkannen. An diese sechswöchigen  Sommerferien muss ich jetzt denken, wo wir auf uns gestellt sind und uns die äußere Welt abhanden kommt, samt ihren Impulsen und Maßstäben, ihren Nudges und Forderungen, ihren Möglichkeiten und Abgründen.  Damals reiste ich oft und gern in mich, entwarf und verwarf, inszenierte und lauschte. Und immer wieder gelang es mir, auch die Welt um mich herum diesem inneren Universum samt eigenen Grundgesetzen und Sprachen anzupassen.

Mitunter dauerten diese Welten nur einen Nachmittag, nur wenige Stunden, mitunter einen ganzen Sommerurlaub von mehreren Wochen. Mitunter wurde viel aufgebaut und Sprachen entwickelt, Wege in Böschungen geschlagen und Hierarchien gedrechselt, mitunter ergab es sich aus dem Moment. Oft war ich das einzige menschliche Wesen in diesen Welten und dazu die Brücke zwischen innerer und äußerer Welt, immer wieder in der Not auch, die Welten einander zu erläutern, Traditionen und Gewohnheiten zu übersetzen und anzupassen, ja, Brücken zu bauen. Schließlich musst ich immer wieder zurück in die angestammte Welt und sei es nur weil eine Mahlzeit anstand oder meine Eltern einen gemeinsamen Programmpunkt angesetzt hatten. Mitunter setzte aber auch ich die Programmpunkte.

Unvergessen der Tag in den Sommerferien, ich muss 4 oder 5 Jahre alt gewesen sein und wir waren wie häufig in Südfrankreich im Urlaub, residierten auf einem Campingplatz nahe des Atlantiks. Wie es der Zufall wollte, fiel in diese Zeit des sommerlichen Exils der Geburtstag meiner Gießkanne. Aufgewachsen in einem Haus mit Garten, war mir das sommerliche Gießen eine genüssliche Pflicht und so hatte ich eine eigene Gießkanne, knallgelb mit einer loch-reichen Blüte als aufsteckbarem Ausguss, den man abschrauben konnte, ich erinnere mich genau, denn zuweilen wollte man schwungvoll große Wassermengen ausschütten, da störten die kleinen Löcher nur. Die Gießkanne war klein, fasste nur so viel, wie ich tragen konnte, das nervte zuweilen, denn so musste man häufiger füllen.

Es sollte ein Fest geben, mit Blumen, Stuhlkreis und Spiel, wie mir das als Pädagogenkind Usus war. Und so pflückte ich Blumen, arrangierte Sitzplätze, dachte mir Spiele und Menü aus – und lud als Gast meine Mutter ein, denn ohne Gäste keine Party. Die Gießkanne wurde auf einen Thron gesetzt, meine Eltern spielten mit und wir feierten den Geburtstag der Gießkanne. Ich weiss nicht, mehr wie alt sie wurde oder welche Aufgabe die Bratpfanne hatte. Mein Vater übernahm die Fotodokumentation und der VW-Bus – lila! – sorgte für das entsprechende Ambiente!