Gemäuer

Tell me Y

Die Stadt gibt sich gern mehrsprachig
flirtet auf spanisch, kellnert auf englisch
philosophiert auf deutsch und flucht in den Dialekten der Anwesenden

Auf den Hinterhöfen aber hörst du noch das Latein der ersten Stunden, das Arabisch der noch nicht heimisch gewordenen, das Polnisch der Unsichtbaren.

Auf dem Märkten dann plötzlich Syrisch, Vietnamesisch und Koreanisch, nicht nur auf den Speisekarten, du lernst stoisch Farsi und Mandarin, von wegen Zukunft und dann schlägt das Haus neben dir plötzlich die Fensterläden nieder und fragt schelmisch warum!

Geliebte

Ohne festen Wohnsitz

Das Leben schultern
der Zukunft das Radfahren beibringen
der Liebe den Zungenkuss
der inneren Stimme die Flötentöne
und dir Zuversicht

Den Tee ziehen lassen
das Wasser an Land bitten
der Ruhe Obertongesänge unterjubeln
dem Regen einen Platz auf der Hollywoodschaukel anbieten
und dir dein geheimes Leben entlocken

Der Antwort die Frage entziehen
dem Mut eine Aufenthaltsgenehmigung zuschustern
der Rede eine Schweigeminute aufhalsen
dem Sommer ein Schattenplätzchen kredenzen
und dir ein Wort ohne festen Wohnsitz