Gelage

Atlaskorrekturschleife

Altstadt Görlitz | © Anne Seubert

Die Zeit loslassen und wissen, sie kommt zurück.

Als die Magnolie errötete, riefst du von der siebten Front den Frieden aus.
Als der Baum mit Blättern um sich warf, schwiegst du.
Als der Sommer das zweite Mal vorstellig wurde, warst du es, der öffnete.
Und erst als der Schweiss getrocknet und die Erde satt, legtest du die Waffen nieder. Heimlich.

Sieben Fronten, ein Graben, kein Gewehr.

Als alle sieben Fronten geklärt waren, gingst du, ohne den Boden zu berühren.
Als der Weg Graben wurde, brachtest du Wasser. Und Käsebrote.
Als die Zärtlichkeiten schließlich erwachten, wähltest du die Weinbegleitung.
Und erst als die Zeit das Lächeln erlernte, wurde Kaffee gemahlen.

Salzige Zärtlichkeiten zum Frühstück.

Als der Morgen sich räkelte, begannst du zu sprechen.
Als das Licht den Tag erklomm, erfandest du einen Traum und skizziertest aus dem Lameng einen Weg, der gangbar.
Als der Rausch nachließ, wähnten wir uns am Gipfel, das Kreuz im Rücken.
Und als der Schatten seine Keuschheit überwand, begegneten sich unsere Knie zum ersten Mal.

Eine Mond macht noch keine Nachtschicht.

Als der Mond erklang, lehrte ich meine Augen ruhen.
Als der Wind sich drehte, war deine Hand Zeuge und Zärtlichkeit zugleich.
Als das Segel für kleine Königstiger musste, versetztest du den Berg.
Und als die Nacht endlich übernahm, schloss dein Krieg meinen Frieden in die Arme.

Gegenwart

Küste unterm Knie

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Die Küste entlang streichelt dein Blick meine Worte aufs Papier: Zwei Zeilen vor und drei zurück, Betonung auf Absatz.

Ein Glas vom Guten später steht der Plan und du liegst, da wo der Raum die Biege und der Horizont die Beine breit macht.

Zwischen Espresso und letzter Runde bleibt Zeit, deinem Traum ein Ticket auszustellen, das dein Ziel aus den Augen verliert um vor dem Ende anzukommen.

*****

Das Herz ein Fenster. Das Fenster ein Kreuz in der Mitte. Das Fensterkreuz ein Stern. Der Stern ein Herz. Das Herz ein Grund noch tiefer zu träumen.

*****

Im nächsten Kapitel stürmst du auf Los, ich sinke zwei Absätze tiefer in ein Loft, das die Fenster offen trägt für eine Nacht für zwei.

Du legst ab und auf, was ich hören und du tanzen magst: Auf der Stelle und dann doch zwischen die Sterne mit Blick auf den Mond und du sagst Schnuppe, wünsch dir was!

Ich wünsch dir Küste unters Knie und Strand zwischen die Augen, ein Meer auf Abruf und mir die Fähre an Land. Das Kapitel ist noch nicht zu Ende, da legst du ab und ich an.