Gegenwart

Zapfenstreich

Kiss, Kiss | © Anne Seubert

Ich flüster’ dir Zimt, nein Kardamom zwischen die nackten Wimpern.
Wind und Wetter trotzend, Deiner Wange das Du anbietend

Du flaggst den Pony auf Halbmast, die Haarwurzeln sorgfältig gen Mekka tariert.
Komm!, sag ich und du: Erzähl! und die Geschichten schreiben sich als blinde Passagiere auf deine Haut.

Wir öffnen unsere Augen einzeln, Schüchternheit möchte zelebriert werden.
Ich sage die Zeit an, doch nicht den Raum, den du öffnest als du die Tür hinter uns schließt.

Gelüste

Gib dir die Küste und mir das Meer

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Jetzt? fragst du und ich weiß, so was von. Tee und Gott und die Welt später ist die Stadt Geschichte und wir Poesie: Auf den Tiefpunkt hattest du deine Ankunft getimed, dass die Zeit schon Hunger vortäuschen musste, um sich Gehör zu verschaffen.

Und so sitzen auf den spontan selbst gezimmerten Zeilen zwei vereint, die an Worte glauben und an ein Leben vor dem nächsten: Hier und jetzt und mit deutlich mehr als einer Handbreit Salzwasser unter dem Kiel, der Gallionsfigur zugleich: Tiefer ist das neue vorn.

Hinter den an der Theke lungernden Doppelpunkt haben sie entsprechend ein Meer an Fragen drapiert, tief genug um nackig schwimmen zu gehen, verwegen genug um der Sonne auch noch im tiefsten Winter ein Strahlen abzuluchsen und mit ausreichend Stränden zwischen den Fingern, falls ihnen zwischendurch die Luft ausgeht.