Gelüste

Unter dem Weg fließt das Meer bergauf

On a Lake | © Anne Seubert

Heuer gilt es, Momente in Worte zu packen, einzeln in Silbenpakete schnüren, in Absätze schichten.  Schichten, die der Freude sturmfrei geben, die meinen Körper schwemmt, wenn ich mich anschicke deinen Namen auszusprechen, deinem Körper hitzefrei gebe, mich auf den Weg in deine Gedanken begebe.

Auch: Der Stille huldigen, die entsteht, sobald der Fluß seinen Anker vor meinen Bug wirft und das Ufer und mein Name plötzlich Händchen halten, zumindest auf den ersten Blick. Dem Blick standhalten, der den Moment bis auf die Bühne begleitet, eine Erinnerung nach der anderen aus dem Ärmel schüttelnd, bis das Boot voll und der Anker licht.

Aufrichten, was Kurve; einrichten, was Welt; Wald werden und dem Fluß eine Beuge abquatschen, der Stille ein Ohr, mir einen Moment wie das Amen in der Kirche: Schlusslichtern, der Realität einen Boden bereitend, der fließt. Fließt, bis alle Erde Herbst und aller Herbst Aufbruch in ein sturmtief schmunzelndes, Zartheiten berückendes,  ins All mündendes Gewässer, ahoi!

 

Gelage

Schlüsselkindergarten

Schlüsselanhänger | © Anne Seubert

Einmal durchzählen, bitte: Straßenkilometer, Treuhandmillionen, Liebesperlen, Rückkehrer, Erbmittel, Schulanfänge, Spülmittelpoeten, Festmeter, Wolfrudel, Seekilometer, Saarländer, Entwicklungsabteilungen, Frühstücksoptionen, Feuchtholzzuschneider, versteckte und aufgeweckte Champions.

Einmal anhalten, bitte: Das große Rad, das kleine Denken, das Wollen, das Werden, das Einschenken, das Ausreden, das Freischwimmen, das Grauen und das Grübeln, das Aufreißen und das Abhängen, einmal anhalten, bitte, aussteigen, in den Arm nehmen, Sonne aushalten.

Einmal nachfragen, bitte: Den Schüchternen in der hinteren Reihe, den Satz mit dem Ausrufezeichen, das unverstanden gebliebene wie das allzu einleuchtende, die Tür im Schloss und dich der du gehst, bevor wir die Schlüssel überhaupt ins Schloss gesteckt hätten.