Gestik

Magisch bis zum Morgengrauen

Dem Weg zur Hand gehen und dem Ziel seinen Schönheitsschlaf gönnen. Eine Runde extra drehen, auf’s Haus quasi bzw. hinterm Haus, da wo der Weg langginge wenn der Fluss ihm nicht das Wasser abgegraben hätte. Den Mut aufbringen und eine Brücke bauen zwischen Vielleicht und Vorgestern und den Tag um Verzeihung bitten für das Reden um den Verstand, über das Wetter und vor allen Leuten.

Heimlich die Augen schließen und Blitzeis vortäuschen, kann ja mal passieren und dann schnell dich an die Lidinnenseite getuscht, bis es brennt und die Wimpern das Weite suchen, als wär das was mit Watte gefülltes, plüschig sanftes, mit Eierlikör genießbares.

Aber das weiß man ja immer erst, wenn man nahe kommt, zumindest näher als du, der du dem Morgen mehr zutraust als dem Zieleinlauf: Wenn das die Sonne wüsste, wäre sie wohl Mond geblieben, der stets unvollendet lockende Rabenvater der Nacht: Magisch bis zum Morgengrauen; unsichtbar, wenn man ihn braucht.

Gelage

Ohne den Mut, die Augen geschlossen zu halten

Einer will’s wissen, will alles und mehr, über Begehr und Bord oder was sonst noch dazu gehört, will mich auf Händen tragen als ob oben gleich unten und vorne noch ein Stück Nacht übrig, das sich teilen ließe oder mit Fingern verspeisen, mit dem der noch eine Hand frei oder erst gar kein Hemd an, weil Sommer und sorgenfrei, und zu viel des Guten ist erst noch zu wenig vom Nachtisch, der heuer direkt out of bed, ungeduscht aber mit Kaffee an den noch nicht ganz wachen Lippen und überhaupt, vor dem Frühstück ist nach dem Mitternachtssnack, der wiederum direkt auf das ab und zu durchsickernde Schmiegsamkeitstesting, top secret versteht sich, folgt oder auch nicht, denn Folgen sei Tanzen für Anfänger und ohne den Mut, die Augen geschlossen zu halten, komme wer wolle auf eine Umarmung oder zwei, to go oder für eine Nacht, die bleibt: Selten so lange wie gut.