Gemäuer

Inception auf Eis

den blick schweifen lassen, stadteinwärts zunächst, in die gassen zwischen zu früh und zu spät, und über den fluss hinweg. platz machen für ein bald und mich schonmal in deinen blick schmiegen. deinen armen näher kommen. deiner wut den atem abschneiden, mich breit machen in dir soweit der wodka reicht und deiner anwesenheit flügel bereiten.

das hirn auf achse schicken, ruhig übers wochenende, die beine untereinanderschlagen, das lächeln absetzen und dich in schutz nehmen wollen vor der welt und meiner weltenlosigkeit gleichermaßen. soviel nähe wie möglich abtrotzend einen großen schluck mit aufs zimmer nehmen. ausatmen und der welt ein angebot unterbreiten das sie nicht ablehnen kann: von dir will ich, was du in die ecke gestellt hast.

hold on, noch eine dekade abwärts, einen blick tiefer, eine runde auf eis: mit dir möchte mein mut abends öfter siebzehn gerade sein lassen, möchte meine ungeduld scrabble spielen, mein herz um die ecke denken. mit dir möchte ich mich in den schatten stellen, deine bloßen hände auf meinen hüften zur ruhe kommen spüren, den tag noch zwischen den fingern. geh mir ein stück weit aus dem weg, ein stück zu weit und zwei unter die Haut!

Gelage

Herz auf Hüfte

Sommers trage ich die Beine bloß und das Herz auf den Hüften, der Schwerkraft zuliebe.

Sommers weiß ich das Haar hochgebunden gut aufgehoben, den Blick freigebend auf einen Nacken, der sich nach kühlenden Atemstößen sehnt und stattdessen zuweilen Bisse erntet.

Sommers ist die Stadt mir Busenfreundin und Geliebte zugleich, teilt ihre geheimen Straßen, wilden Ecken und pubertären Großstadtphantasien vornehmlich nächtens mit mir.

Sommers schreibe ich die Bücher dir mit den Lippen direkt ans Ohr, wildfremde Passanten zu Helden erhebend und unsere Kindsköpfe als Sprungbrett in Welten jenseits von Molle und Korn skizzierend.

Den Sommer nehm’ ich mir zur Brust, zu Herzen, über’s Knie, und freitags auf’s Korn, Pigmentpartikel für Pigmentpartikel erklären wir ein Wochenende nach dem anderen zum Alltag, Reiseziele lächelnd ad acta deponierend: wer zielt, zahlt! Verfehle, wer kann und zwar am liebsten mich, ich streife noch: Das Kleid über, durchs Gras auf geballtem Großzeh, dich mit Genuss.