Gemäuer

Vertrautes Heim

So manches Wort ist mir Heimat geworden, reist mit mir um die Welt, wirft sich für mich in den Disput, wartet in der Hosentasche geduldig auf meine klammen Fingerspitzen auf der Suche nach Halt, nur um dann zur Sprache zu bringen, was fehlte: Herkunft und Himmelskörper, die noch dem ungeübtesten Navigator einen Weg erleuchten

Grün sagst du mit Blick aus dem Fenster, oder besser grüner wird es heuer nicht; und ich zähle die Farben des Regenbogens jenseits von grün schon großzügig dazu, als ich dem Licht den Weg weiße: Links am Schatten entlang, über die Schwelle an der Klingel vorbei, und dann bei den Briefkästen im Treppenhaus immer dem Duft nach, dann kannst du den Sommer nicht verfehlen.

Auf der Terrasse steht einer, der wohl sitzen geblieben wäre, hätte er nicht tanzen gelernt; den Blick ins Feld, die Treppe in Augenschein nehmend: Should I stay or should I go? Der Wind schüttelt derweil störrische Regenreste von den Fensterläden, legt seine Antwort exklusiv den Küchenradios offen, die nächste Mahlzeit ist eine für zwei !

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Zahl für Zahl fädelst du mir ins Gedächtnis, Samen eines Gartens, der erst blühen wird, wenn du wieder an Land und ich unter der Erde.

Baum für Baum buchstabierst du mir deinen Wald, an dessen Rand dein Haus stehen wird, und ich merke mir nichts als die Lichtungen, die sich aus den Abwesenheiten ergeben; Geheimratsecken nenne ich sie im Geiste.

Blatt für Blatt ziehe ich aus dem Ärmel, eins leerer als das andere, dir ein Leben schmackhaft zu machen, dessen Geschichte sich erst schreibt, wenn du aufdeckst, was die Blätter an Blüten bergen: Duft oder Drahtseilakt?