Generika

Opssalat

Dass unter jedem Zahn eine Wurzel, war ihm lange nicht bekannt, dann lange gleichgültig und erst seit letztem Winter schmerzhaft bewusst. Seit seiner Genesung im Frühjahr darauf aber glaubte er sowohl an das Grün unter dem festgetretenen Schnee, an die geballte Wut hinter der Depression und nicht zuletzt sogar an den Hoffnungsschimmer noch am verhärmtesten Februarhimmel.

Gesuche

Nuschelnde Träume

Tja, mein Freund, es läuft nicht alles perfekt an der Hippiefront. Und glatt ist einzig das Eis, das gehwegweit das pure Gehen zum Abenteuer verkommen lässt. Ich laufe zum Trotz, notfalls stundenlang um den See rum. Da liegt der Schnee tief genug, dass Vereisen nicht zur Debatte steht. Und das Weiß strahlt, duldet keine andere Farbe neben sich, schluckt jedes Geräusch, auch das unbewusst verursachte und sammelt fast schon pedantisch Spur um Spur.

Abends dann friert es mich, statt den Boden unter meinen Füßen, und zwar wider jedes Erbarmen, mit Venenzittern und Eisblumen zwischen den Wimpern. Erst im Schlaf, unter wildwestromantischen Deckenpanoramen taut erst die linke, dann auch die rechte Körperhälfte. Nur die Zehen verweigern sich bis zum Morgengrauen.

Vor dem Grauen aber bleibt reichlich Zeit für Traumversuche. Zu postmodernen Quilts gesteppte Gefühlsmomente, so flüchtig, wie ich mir das Eis unter meinen Sportschuhen wünschte, so lasziv, wie es das Leben zuweilen gern wäre. Durchblutungsfördernd, wenn auch für den nächsten Tag nicht mehr als ein verführerisch nuschelnder Schatten.