Generika, Stadtrand

Zeit der immergrünen Herzen

der abend hatte noch nicht losgelegt, da wussten wir schon, es würde gin geben.
als es endlich dunkelte, zog die bar gelb und du blank; die theke hielt sich zurück während wir aufriefen, was zwischen den jahren ins schleudern geraten war. das mindesthaltbarkeitsdatum hielt, auch als wir dem wasser den vortritt ließen und unseren lippen bekenntnisse abtrotzten, die jeder erkenntnistheorie widersprachen und den morgen wohlwissend verleugneten.

der morgen trug schwer an diesem abend, und statt aber ein lächeln unter den brauen, das unmissverständlich den tag vor dem abend lobte. wir übten den aufrechten gang als einen, der nicht gelingen muss, nicht auf anhieb, nicht alleine. wir schwiegen von dem was war, erst recht von dem was kommen könnte, wir ruhten in den fetzen der nacht, die lieber nicht in den spiegel geschaut hatte und das wussten, der kaffee konnte gar nicht so schwart sein wie unsere zukunft.

die zukunft wusste um ihre aktien, nicht aber ihren kurs, sie schwankte zwischen uns und dem der sein gewissen rein statt wie wir nicht einmal raus hatte, nur huckepack und auch das nur second hand. mutter unser auf erden, werde, was du sein möchtet, fruchtbar und mehrend oder die heilige, die den boden bereitet für all das was kommen mag, eingeladen oder nicht, bereit oder auf der flucht. ob die zukunft sich der mengen an flüchtlingen gewahr ist, die sie da in den kommenden tagen aus der gegenwart stürmen werden?

Gegenwart

20 // Twenty Pools to find your Underwater Lover


20 KünstlerInnen aus 8 Nationen wurden zu 10 Tandems kuratiert, die sich aufeinander einlassen, ihren virtuellen Pool gestalten, und transparent ihren künstlerischen Prozess öffentlich hinterfragen, diskutieren und erlebbar machen. Die KünstlerInnen hinterlassen an einem White Board in ihren jeweiligen Schwimmbecken regelmäßig Status- und Prozessmeldungen, um die Entwicklung künstlerisch, transkulturell, technisch oder ganz persönlich mit-erlebbar zu machen: Wie inspiriert und beeinflusst mich ein anderes kreatives Gegenüber künstlerisch, menschlich, ästhetisch – und dies ohne eigene Körper, ohne Werk im analogen, sondern rein im virtuellen Raum?

Der Gestaltungs-Prozess

20 // TWENTY ist ein Projekt, das Kunst und Mensch im digital-virtuellen Raum erforscht und ebenso kritisch beleuchtet. Welche Sinnhaftigkeiten, Emotionen, Vermittlungsmöglichkeiten, Freuden und Methoden lassen sich für KünstlerInnen und ihre Arbeit synthetisieren? Das virtuelle STADTBAD, ein virtuelles Abbild des ehemaligen Bauhaus-Stadtbad der Stadt Brandenburg an der Havel, nahe Berlin, wurde für dieses transdisziplinäre Laboratorium umgebaut, mit weiteren 10 Schwimmbädern und einem komplexen Backend mit interaktiven Gestaltungstools für 2D, 3D-Objekte, multimediale Ausdrucksformen in Klang und Video, Raum- und Lichtgestaltungsmöglichkeiten, Objekt-Bewegungseffekte bis hin zu Wasser und Nebel versehen.

Eines der Tandems bestand aus der Wortlaute-Autorin Anne Seubert und dem Schweizer Komponisten und Professor für intermediale Komposition an der Hochschule für Musik Hans Eisler in Berlin Wolf Heiniger.In unserem Raum erprobten wir den Klang der Worte zum Wasser, Wellen und Wogen, das Untergehen und das Auftauchen. Wir lauschten und lungerten, wir schwammen und schwebten und irgendwann hatten sie sich gefunden: Wortlaute, die schwimmen konnten und Klänge, die tragen und vereinnahmen gleichermaßen.

Zur beschreibenden Projektseite & den Künstler-Tandems
Zu den virtuellen von uns gestalteten Pools (sound ON!)

Das Vorhaben wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.