Geliebte

Etwas schreit Achtung in mir 

 

Etwas schreit Achtung in mir,
ein Satz hallt nach und
lässt mich nicht los
die besser Hälfte in Sicht
ruhe ich mich auf der anderen aus
etwas hält
etwas hält mich, hält dir, hält
die Stille in mir
an und aus
bietet der Achtung Paroli.

Etwas schreit Achtung in mir,
fordert Respekt, heraus, zum Tanz
und über die Grenzen hinaus,
legt den Satz übers Knie
und die Sonne ins Ferienhaus
der nächste Sommer kommt bestimmt
orakelt der in der Tasse vergessene Kaffeesatz
und läutet die Nachmittagsruhe ein.

Heute ist es stiller in mir
die Sorgen ausgeflogen
die Träne noch nicht wach
die Gedanken im Home Office, und
der Atem nutzt die Gelegenheit
sucht sich ein Plätzchen
mit Blick über die bevorzugte linke Schulter
öffnet die Fenster
einen Spalt zu weit
und lässt die Staubflocken türmen.

Alle Achtung.

Gegenwart

Nah am Boden erblüht

Einer von vielen, aus vielen, einer der nah am Boden erblüht, der den Schritt ins Licht auf Probe beherrscht, aus dem Schatten und zurück, einer mit dem Ballen auf Du, und

Einer, der wagt, was er gewinnt, sich erdet, bevor er fliegt, sich freut, bevor er dem Regen die Traufe hält und den Vögeln einen Himmel anbietet, der ein Blau in sich trägt, das alle Grüns blass werden lässt. Einer, der glaubt, was sein Herz ihm vorschlägt, und

Einer der Träumer, der mit geschlossenen Augen sieht, zuhört und verweilt, auch wenn ihn das den Vorsprung einbüßen lässt, einer, der den Wagen um die Ecke parkt, um zu Fuß anzukommen, der schweigt, um schreiben zu können, und

Einer, der dich umarmt, wenn du innerlich verreist, der dir das Wasser reicht, in dem du abtauschen und untergehen kannst, Hand in Hand mit einer Sonne, die dem Regen das Tanzen und Strahlen beibringt und von den Wolken das Hängenbleiben sich abschaut. Du.