Gelüste

Gelbsucht

Ohrläppchen Richtung Telefon, die Lippen zur Suppenschöpfung gespitzt wartet mein Hirn auf bunten Blätterregen diesseits des Hypothalamus. Der Himmel stürmt Wolkenfetzen hinterher, die sich auf deiner Iris spiegeln, dein Oberlid flattern und mich unsicher machen.
Du sagst, er malte mit Farben, die das Licht schluckten und dann war da auch noch der sich über die Jahrhunderte angesammelte Staub, der das letzte Leuchten dämmern machte.
Geduld, flüstert der Schatten über meiner Schulter, Geduld. Farbenmeere wirst Du erneut kreuzen, barfuß über grünfunkelndes, kieselsteiniges Warm mäandern.
Ich aber will nicht warten, ich will Gelb!

5 Gedanken zu „Gelbsucht“

  1. T.M. sagt:

    Ein Prosa-Gedicht.

  2. T.M. sagt:

    Nein, es sind ja immerhin zwei Dreiviertelleerzeilen dabei. Aber davon abgesehen … recht hypsch.

  3. Ole sagt:

    dieser text ist mindestens einen hyp-e wert. ein klarer fall für den prosadichtungsring.

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