Gestern

Komparativer Konkurrenzvorteil

Immer ein paar Tränen griffbereit in der Hosentasche. Immer ein, zwei Silben unter der Zunge gelagert, falls doch einer fragt. Immer einen Hustenreiz auf Abruf schließlich, vagabundieren zwischen A und B rotgeränderte Augäpfel über zerrissene Prognosen. Der Held bleibt auf der Strecke. Tief unter dem Sudhaus dann blühende Landschaften von Wabi-Sabi entdeckt und adhoc genossen. (Ich wusste nichtmal von einem Begriff für diese Wahrnehmung, bis ich unter Bandinis Bett zufällig fündig wurde.) Die unvermeidlich süßlich aufziehende Wehmut in Bockbier ersäuft, zwei Torten geboren und gleichsam bestattet: Käse-Mohn mit Butterstreuseln und Schwarzwälder-Kirsch nach Großmutters Art.

Den Fluchtreflex für die nächsten 24 h vom Strom genommen, die Klimaanlage vorsorglich auf Feierabend gedreht und die Schenkel verführerisch auf die Kühlerhaube gebreitet, Rost hin oder her. Nur das nachmitternächtlich zu Tage tretende Loch im Reifen war zwar nicht geplant gewesen, vereitelt aber atemlos jegliches Begehren jenseits des Einhorns und Pläne für zwei Sonntage. Gut, dass morgen wieder Montag und ich in Lohn und Brot, den Finger vom Abzug und Hermesbaby unter der Achsel.

EDIT: Nachtrag am ersten Wochentag.
(Hermesbaby, you did it all so well!) Vor Stolz geplatzt sitzt meine Wehmut schmunzelnd auf dem Bett. Die Faust dehnt meine linke Hosentasche mit den auf ihren Auftritt lauernden Tränen um die Wette. Münzfalle elende, bereits beim ersten Riß und doch: jede Träne wert dein Sieg über das was da nonchalant immer Treibsand tituliert. Auf deiner Seite und der davor: dein Name, hoffe ich und freu mich auf’s Lesen.

PS: Von etwaig vorbeilesenden (Chef)redakteuren und -teurinnen sei ein kurzes Lesezeichen per Mail erbeten – danke!

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