Gelüste

Im Angesicht der Kunst

Einen Kokon mir weben, innen ganz Kaschmir und außen Wunderkerzenfeuerwerk in Endlos-Schlaufe. Jetzt und sofort. Dabei hatte der Kommissar doch bereits im Vorspann ebenso kunstvoll wie vielversprechend mit seiner einzigen Zuschauerin geflirtet, hatte sich dann aber doch bis zum Abspann erfolgreich in Einsamkeit und Karriereabsichten geflüchtet.

Ein Widerspruch weniger, träumte er neulich beim samstäglichen Gladiolen auswählen so vor sich hin, stünde ihr gut zu Gesicht, dafür ein wenig mehr Meinung und kräftigere Farben. Die nachmittägliche Kunst blieb davon unbeeindruckt blass, erschreckend banal und nur in ihren Ausmaßen erschöpfend. Erst der Kaffee danach ließ also Knie und Lächeln weicher werden und drängte den Hunger um die entscheidenden Viertelstündchen in den Hintergrund.

Später dann, Feierabendgesängen jenseits des Alltäglichen lauschend, hören sich ihre Blicke wieder wie damals an: verführerisch unschuldig, zum Verlieben unverfroren und ohne jede Angst. Sein linkes Schulterblatt erinnert sich vor Vorfreude schauernd der ersten Begegnung ihrer Finger mit seiner Haut, dort wo die Haut sich flügelzurückdrängend spannt, dort wo ihrer linken Hand Ring- und Mittelfinger seiner gleichsam zaghaft und forsch habhaft wurden. Dort wo seitdem sein Rückenhaar sichtbar grau.

5 Gedanken zu „Im Angesicht der Kunst“

  1. amadea sagt:

    Kaschmir macht Fussel !!!

  2. kopffuessler sagt:

    Fussel san mir die liebsten! Fussel und Wollmäuse.

  3. schneck08 sagt:

    kunst kommt ja gottlob auch nicht vom koennen.

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