Geliebte

(S)Ein Hauch von Anis

“Nur Wörter mit 2 oder mehr Zeichen werden akzeptiert.” Also: “Wieviele Zeichen machen doch gleich ein Wort?” Auch: “Doch lieber ein Bild?”

Dank Heiserkeit ausreichend wortlos, macht er seinen Fersen Augen. Statt Flügeln. Ahmt die See nach, mal kommend, mal gehend, immer aber: wortlos mächtig, den Bauch zum Horizont hin dehnend. Die grobfaserige und darob liebgewonnene Reisetasche wurde mal wieder gepackt, mit zwei handbestickten Schultergurten auch großzügig bemessenen Streckenabschnitten gewachsen, in der Seitentasche vorsorglich der neue Biometrische, man weiß ja nie.

Auf den ersten fünfzehn Schritten mit drei Fragen konfrontiert, verlässt ihn der Mut. Vorzeitig, möchte man argwöhnen und schweigt einzig ob des vielsagenden Zitterns seiner weigelschen Augenbrauen, und widmet ihm statt einer Rüge ein Lächeln jenseits von Dosierungsanweisungen und Drittmittelverordnungen. Er wickelt den doppellagigen Schal einmal mehr um den inwändig wundgeröteten Hals, wirft Salbei nach, Anis und Kamille, und begibt sich zehenspitzend zurück ins Haus.

Man bleibt bildreich bestückt zurück und obgleich duftumlagert fröstelnd. Nicht ein Wort vermissend, nur ihn.

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