Gestik

Öfter mal träumen!

Keine Hosen in diesen Tagen, dafür dreimal täglich duschen. Und eincremen. Die kleine Welt steht Kopf, während die große unbeeindruckt weiterschlingert. Stop-Rufe sind igendwie nie laut genug, oder die Stimme nicht überzeugend genug, oder das Stop nicht so gemeint. Trotzdem nagt er an den Neins, die erst beim fünften Mal durchdrangen. Nagen reicht nicht, wollen geht nicht. Weitergehen also, das Stop überhören, verdrängen, verwässern. Zu einem Stolpern werden lassen. Sich ein wenig tiefer bücken, das Kreuz mit einer Hand stützend. zwei Schritte gehen noch und wer weiß, welche Nacht in zwei Schritten wartet.

Eine von diesen Nächten etwa, die nicht anfangen wollen, die zäh sich gegen jede noch so zarte Mütze Schlaf sperren, die Sorgen bergen noch und nöcher, die Kehle austrocknend? Oder eine von jenen, die schneller enden als der Tag kommen könnte, die dem Wecker keine Chance und der Erholung keinen Boden gönnen. Nervös. Wolkig. Und viel zu warm. Oder eine von denen, in denen man baden möchte, die wollüstig sich um Hüftknochen schmiegen, einen kühlenden Windhauch in der Handtasche und eine dunkle Flasche Wein in der manikürten Hand? Eine von den zweisamen gar, mit Gesprächen länger als jede Flaniermeile, mit Mitternachtssnacks und sich berührenden Ellbogen?

Am Tag danach dann die Augen geschlossen halten, die Nacht in sich tragen, direkt auf der Haut, subkutan gar. Den Lidstrich einen Hauch dunkler ziehen, öfter mal auf den eigenen Herzschlag hören, dem fremden Atem im Haar nachspüren. Aussteigen, wann immer es geht, und die schattige Straßenseite wählen. Am Kühlregal innehalten, ausgiebig, und ein Laken zum Rock bestimmen. Öfter mal träumen!

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