Gelage

Krügers DJ

Musik

Eine Nacht lang Tracy Chapman und ich kenne jedes deiner Barthaare bei Vor- und Nachnamen. Unter dem Treppenabsatz ein Hund, der meine Schüchternheit an der Leine hält. Am Fenster ein Eimer Minze, der mich vor dem ersten Kaffee bereits von Menthe à l’eau träumen lässt. Und vor dem Haus ein Tag, der ungeduldig mit den Morgenstunden scharrt. Brotduft aus der nahegelegenen Bäckerei aufwirbelt. Eine To-Do-List drechselt. Ich trage dein Zittern auf der Haut in diesen Tagen.

Fingerspitzend umarmt mich dein Blick, das Wimpernblatt ist frisch aufgemischt – blauschwarz im Ansatz und federnd im Abschwung. Es ist Wort an der Zeit versprichst du dich und freust dich doch weiter am Schweigen, das zwischen unseren Zehenspitzen Ringelegängele tanzt. Mit dem ersten Bissen Sonne im Mundwinkel lächelt es sich asymmetrisch aber kokett, fährst du fort, klaubst noch vor dem Doppel-T wie nebenbei mir mit der Nasenspitze die ersten Sommersprossen von der Wange.

Lachen will ich, auf dass die Noten von der Linie hüpfen, der Flaum dir von der Oberlippe, die Schatten dahin, wo Pfeffer wächst und gedeiht. Auf dass der Tag sich ein Schnippchen schlägt und eine Nacht durchmacht oder zwei. Hauptsache der DJ wechselt, der Kaffee bleibt schwarz und die Tür geschlossen.

2 Gedanken zu „Krügers DJ“

  1. Ingo sagt:

    Zauberhaft!

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