Gedanken

Im Schattenriss der aufgehenden Wonne

Während die Welt Handstand macht und dreifachen Flickflack, vor und zurück und seitwärts und ein sich dreht, hälst du dem Ich die Stange, die Augen unter der trubeligen Stirn geborgen, das Ja, absprungbereit auf den aufgeplatzten Lippen. Stets und ständig, den kleinen Jungen mitsamt seinen Fragen auf dem Schoß, das Mädchen an der Hand und den Mann im Schattenriss der aufgehenden Wonne. Nur angedeutet? Verführung zwischen Zeilen buchstabiert, das Siegel wie einen CallToAction-Button in die Mulde zwischen Haupthaar und Ohrläppchen deponiert: Be my Why in siebzehneinhalb Sprachen.

Mehr Runzeln als Fußnoten möchte ich mir wünschen, einen Lidschlag zwischen zwei Blautönen und auf halb acht, den Blick ins Herzgetümmel, da wo der Gletscher kalbt und die Abendsonne sich eiskalt ins Meer stürzt. Es muss gar nicht kalt sein, auch nicht die Axt. Eine deiner Wimpern, im Zwinkern nonchalant über meine Wange streichelnd, reicht vollkommen, mir Gänsehaut zu zaubern, auf Arm und Wade, da musst du nichtmal lächeln, da gerate ich ins Schwimmen, Taumeln, Tanzen, bis dass die Ferse blutet und die Heimat verlassen röhrt.

Nur über meine Wange lenkst du den Straßenkreuzer in meinem Traum, bis die Straßenkante aufmuckt und wir ungewollt zum Stehen kommen. Eine Zahnlücke, eine Schweigeminute aus purem Genuss und ein Tänzchen in Ehren später, darf die Stadt wieder teilhaben an dem, was wir Wochenende nennen und für heute für beendet erklären. Zumindest den Teil, der unter die Haut ging und Spuren hinterlassen hat, die du lesen kannst und ich tippen: Be My Why.

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