Gelage

Frau Mittenmang

Frau Mittenmang rieb sich die Hände,
es würde Klopse geben, von den gut gemeinten, dicken.
Es würde Schmalz geben und Sauce zum Stippen,
auf dass der Schmalhans sich wunderte,
der Laden lief und die Kellner sich die Schürze zum Wringen nass schwitzten, auf dass der Trinkgeldbeutel klingelte, auf dass der Wein das Glas nur im Vorüberfließen bemerkte.

Herr Mittenmang rieb sich die Augen,
die Theke bog sich, es war das Glück, das von der Decke tropfte, das aufgestiegen war von den Tischen,
hinangetrieben vom Kerzenlicht und den allseits vergnügt schmatzenden Lippen.
Die Sonne neigte sich um die Straßenecke, vorbei am Birnbaum auf halb acht, auf dass sie das Dessert noch erhaschte: weißes Schokoladenparfait | Rhabarber | Melissenespuma.

Mittenmang aber thronst du, Glück,
das du dich vom Alltag unerreicht in den Feierabend geflüchtet hast, eine Handvoll Wunder in der Hosentasche klimpernd, die volle Lotte auf dem Schoß und dir den Eckplatz gesichert,
der dir Blick in die Küche und auf die Strasse zugleich gewährt und einen Stent zum Herzen der Madame:
Else, flüsterst du kurz vor Mitternacht, noch ein Mittenmängchen auf’s Haus?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.