Gelage

gott hatte sein gesangsbuch mitgebracht

den nabel schnürend
wie einen kalten fisch
den man zum abendbrot serviert
wag ich mich über deine land
partien, die du dem wetter darbietest:
verhangene steillagen
sonnhalden mit belchenblick
langgezogene plateaus mit temporärer gänsehaut-optik

sex auf einen streich
ziehst du die laken straff
als wolltest du einen strudel betten
und bettest dabei ein leben neben einen tod
und ein wunder anbei, das sich verwählt hatte
und dann zum abendessen blieb
weil es fisch gab und wein aus dunklen flaschen,
die französisch sprachen und auch so rochen.
wir gaben uns hin und dich auf, welt,
da gabst du noch die monde diplomtique,
aber wir hatten dich durchschaut, wandten uns gott zu, der uns verstand oder zumindest so tat.

gott hatte sein gesangsbuch mitgebracht
zwischen dessen seiten er liebesgedichte schmuggelte, selbst geschrieben oder kopiert, tat nichts zur sache,
der wir uns mit einem ernst widmeten, den wir uns selbst nicht zugetraut hatten.
dabei wurde es spät, das wunder räkelte sich demonstrativ und öffnete die balkontür:
eine gelegenheit, die die nacht nicht verstreichen lassen wollte, au contraire, sie griff zu und sich das leben, das da angebissen noch auf unsern tellern ein dasein fristete, das seiner nicht gerecht wurde, das war mehr als deutlich.

der appetit der nacht war einer, der auch vor dem nachtisch nicht halt machte und unter gottes blick und unserem stummen beifall liess die nacht die contenancen fallen, die würfel auch, und schob die guten sitten auf die erstzbank: heute würde das morgen bei lebendigem leib verzehrt, soviel stand fest. es würde blut statt wein fliessen und wer morgen noch den aufrechten gang üben wollte, blieb besser gleich sitzen, wir anderen erhoben uns zum tanz, der ein archetypischer werden würde, die berg- und talfahrten unserer leiber in ein land überführend, das fremd und vertraut zugleich kein visum von uns forderte.

herzlich willkommen!

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