Generika

Neighbourhood Watching revisited

55 Jahre lang 87 Stufen rauf und runter und doch: nichts als Pauline im Kopf. Sagt Paul, eremitierter Doktor der atmosphärischen Optik und bakteriellen Kriegsführung. Und mir schwant, das könnte sie sein, diese Liebe von der alle sprechen.
Die Treppe schweigt beharrlich. Sie lächelt beredt, reicht Blumen und Abholschein über das Hüsteln hinweg und wünscht allseits einen schönen Abend.

Gegenüber herrscht unter Blattwerken weiterhin offenkundig aderlose Harmonie, unabhängig von Jahr und Zeit bis unters Kinn gerüscht, und ahnt nichts von Leidenschaft. Wie war das noch mal mit dem Sex? Renitent wirft der Tremor Frage für Frage der Gänsehaut zwischen die Wildlederstiefel und den frisch shampoonierten Kopf in den Nacken. Gut dass außer Cocktails auch Schmalzbrote auf der Karte stehen, mit Grieben für Pauline.

Gelage

Hammonia, Hammonia, das mit uns …

fängt ja gerade erst an…!

Selten hat mich eine Stadt so verführt, hat an Straßenkreuzungen Musikkapellen aufgebaut, mich zu erfreuen, Regenschauer zwischen die üppig tanzenden Sonnenstrahlen eingetaktet, um romantische Unterstellungen an Markisen und Klinkervorbauten zu ermöglichen, mir portugiesische Leckereien beidseits des Fußwegs drapiert. Nicht zuletzt: Lärmend-lachende Freundinnen aus ganz Europa zusammengerufen, mich sonntags früh mit frischen Franzbrötchen und Gurkensandwiches zu verwöhnen.

Hat die besten (und bestaussehenden) Männer der Stadt zu verführerischen Botschaftern des Elbdeltas ausgerufen, mich zu bezirzen mit malerischen Sonnenuntergängen und der geschmacklichen Wonne Griechenlands. Da hatte es die Kunst tatsächlich schwer, sich ihren Platz zu erobern, schließlich, satt und begehrt, was will Frau mehr?!

Seit langem mal wieder den Alltag ruhen und die Sorgen zu Hause gelassen, stattdessen gelächelt was das Zeug hielt! Wärme getankt (und Regen), die alten s/w-Lebensentwürfe abgestaubt und dick in Farbe getunkt, das Meer gerochen und jede Menge Zuspruch genossen. Mein gerührter Dank geht an R. und K. für das Gefühl, in Hamburg ein stets geöffnetes Zuhause zu haben, und die Gewissheit, dass die Elbmetropole nie mehr als einen Anruf entfernt ist. An C. für eimerweise Lebenslust und ein Plätzchen unter seiner Sonne. Und last but never least an Herrn 37 für die grandiose, mit viel Liebe zum Detail arrangierte Eröffnungsgala!