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Im Dunkeln

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Im Dunkeln tappen, leuchtfüßig, das Dunkle als Schutz wissen, sich reinschmiegen bis aller Schatten Licht und alles Licht im Schatten unterging. Anker werfen.

Hinhören, umhören, reinhören, raushören, abhören, anhören, abhören, aufhören. erhören. Die Stille, das Dunkle und das Licht, das du im Ärmel trägst, wie ein Ass, das erst noch gezogen werden möchte.

Ins Dunkle tappen, den hellen Fallen ausweichen, wie einem Brei, der zu heiß nicht gegessen werden möchte. Ins Lichtlose flüchten, wo der eigene Schatten ohne Chance und die Augen auch mal geschlossen bleiben dürfen. Erst blinzeln wenn Dunkel ins Helle gekommen, wenn die Wellen dem Ozean gleich und der Horizont gleißend.

Raushören, reinhören, hinhören, aufhören. Aufhalten. Anhalten. Hinhalten. Raushalten, aus allem was Licht und Schatten wirft, was erhellt wo dunkel sich zeigen möchte, Lidschlag für Lidschlag, die Stunde nach dir.

Ans Dunkle schmiegen, leicht nehmen, was hart macht, leise werden mit zunehmendem Mond, die Fenster schließen, das Herz, die Wunde und dich an mich, die ich im Dunkeln erst mich ans Licht wage, und Ufer eines neuen Tages, der noch nicht gelobt werden möchte.

 

 

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Morgenroutine

Während mein linker Daumennagel noch überlegt, ob er und wenn ja, wie tief er einreißt, warte ich, dass etwas vorübergeht, dessen Namen ich noch nicht kenne. Es könnte ein Gewitter sein, ein Schmerz, ein Sehnen und bleibt ob aller Wucht ungefasst. Der Riss manifestiert inzwischen, meinen Nagel spürbar teilend und eine hörnerne Wunde offenbarend, die so schmerzlos und leise, nachhaltig irritiert.

Während mein rechtes Augenlid bereits mit dem Tag flirtet und meine Augen dem Licht auf die Spur zu kommen versuchen, bleibt meine Zehe unter Deck, will heißen: unter der Decke. Das Licht ist schüchtern an diesem Morgen, oder träge, in jedem Falle möchte es den Raum nicht betreten, in dem ich warte, dass die Nacht endet und der Tag beginnt. In dem ich aufgebahrt liege, geradezu passiv, dabei weiss ich wohl, dass sowohl der Tag als auch die Nacht beides sind: Eroberte und Erobernde.

Während meine Hüfte die beiden Knie anruft – Video ist um diese Uhrzeit keine gute Idee – lacht sich mein Bauch bereits ins Fäustchen. Er weiss, was er heute will und wie er es bekommt. Die Knie aber räuspern sich erstmal ausgiebig, es ist kühl geworden und als Gelenk weiß man wärmende Ruhephasen zu schätzen, was nicht heisst, dass sie nicht aufbruchsbereit sind. Die Hüfte morst erste Aufträe. Strecken, Legen, Lockerungsübungen und Wellen. Als wäre man beim Friseur, scherzt das linke Knie und dreht seine Scheibe versuchsweise zwei Minuten weiter.