Gelage

Save the moment(s)

Einen Moment, bitte, auf Eis und ohne doppelten Boden, sagt er und die Dame in Grün versteht, was sie will, auch wenn es nicht aufs eng abgemessene Tablett passt. In das aufmerksame Zögern des Nachbartisches legt er den Funken Rache, der übrig geblieben. Guacamole überbrückt, was da anfangs hakte, dann uferlos strömte um schließlich Momentum deluxe zu werden. Santa Maria!

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Einmal das große Schweigen für zwei und das “Please do not disturb!” Schild, ja, das auf Englisch, bitte! Das Publikum säuselt halbwegs im Takt, während sie ihre Schlüssel ernestelt und den Plan für die Nacht. Irgendwas stimmt hier nicht, weiß nicht nur ich, auch er und sie nickt und verweist gestenlos auf ihr Dekollete, das von allem nicht gewusst hatte, quasi nur aus Versehen an Bord und trotzdem der Star des Abends wurde. Gut, dass unser Moment da bereits selig schlummernd drei Sinne tiefer saß und da auch bleiben wollte.

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Eine Wildwasserschorle ohne Minze mit doppelt Ingwer bestellen, zwischen den Zähnen das Vetterunser und zweieinhalb Arrivederci. Was haben wir uns da nur eingebrockt? Trotzdem bleiben, über den Termin und die Anspannung hinaus, bis nichts als Blick und mitten auf der von allen wegen zu viel und zu laut ein Schweigen entbricht, das uns über Minuten die Stange hält. Trägt. Schmunzeln lässt. Ruhen und dursten. Aufstehen und gehen irgendwann auch. Es war uns ein Fest, sind wir uns einig und verabschieden uns schüchterner, als wir Guten Tag gesagt haben.

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So also fühlt es sich an, eine erste Ausstellung gehabt zu haben! Where next?

Gelage

Einen Laib Heimat am Stück

Deinen Atem entziffernd, deiner Wut lauschen. Von Hand schreiben, zwischendurch die Hand auflegen, die Finger einzeln erst, dann den Ballen, da wo dein Mark Amplitüden übt. Schlitternd. Schillernd. Betont prägnant Funken zu Bogen schlägt zwischen die Furcht und den Trotz. Und dann doch:

Vor deiner Zärtlichkeit in die Knie gehen, 20 Sätze tief und einen Absatz weit, ins Unerhört gebliebene rücken, zwischen Atemzügen ins Ruheabteil geflüchtete Gesprächspausen enträuspern. Deine Verschmitztheit bunkern, man weiß ja nie, und dann Ziegenkäse in Honig servieren. Ohne Löffel, dafür den Raki doppelt gebrannt. Den Mut erinnern und:

Während du bestellst, heimlich die Blicke entkalken, den von vorhin zuerst, als du noch deine Rolle verlegt hattest und deine Augen nicht wussten, an welcher Ecke man stehen bleibt und wo man auch bei Rot und ohne Serviettenring an meinen Tellerrand rutschen darf. Dort, wo das Olivenöl drall die Schwerkraft auslotet, nach Brot gierend, dem ofenwarmen. Überhaupt:

Einen Laib Heimat am Stück, bitte, Frau Lange, und drei Scheiben Sehnsucht, ja, von der Groben direkt auf die Hand!