Gelage

Gestatten, Durchschnitt!

Die Zeit hintan stellen, noch hinter den, der sich Alltag nennt und Routine im Schilde führt, meterdick. Das Wasser direkt aus der Flasche trinken und den Beilagensalat konsequent verneinen. Das Selbstbewusstsein nochmal ins Gewächshaus geben, zumindest über den Winter.

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Sich mit dem Wecker darum streiten, dich wecken zu dürfen. Dir den Appetit auf den neuen Tag unter die Haut flüstern, schon bevor du die Augen aufschlägst. Dich mit rauchzarten Schwaden Wollust gegen die zu erwartende Banalität des Alltags impfen, dich mit Neckereien nähren, die dich verlegen schauern und das rechte Bein anwinkeln lassen.

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Die Zeit hintan stellen, auf den Raum fokussieren, ihn weiten, das Herz aufhellen und aus den Stirnfransen ein Leporello basteln, Hey Dude säuselnd, wenn man es jenseits der Mitte aufschlägt.

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Dem Mittagstisch Beine machen, einen doppelten Boden in unsere hin und her gepingten Wenn-Dann-Sätze flechten, seine Zartheit nur unausreichend verbergend, in seiner Unausweichlichkeit Unruhe hochkochen lassend, sobald einer von uns zu viele Konsonanten hintereinander gepackt hat. Das jedes SZ mich an deine Silhouette erinnert sei da noch nichtmal berücksichtigt, aber du weißt darum, ich ahne es, an deine Schenkel mich lehnend, inwendig.

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Die Zeit hintan stellen, sie vom 24-Stunden-Pfad abbringend, dir Gefährte sein zwischen den Schatten, die dir Sonne auf deinen Leib schlägt, genüsslich in Intimzonen vordringend, konvex und konkav verwechselnd.

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Meine Hüftknochen in deine Kniekehlen schmiegen, dir Mut einflößen, atemweise. Lippenprint, ohne Lack und Siegel, lauert im linken Mundwinkel ein Rest Gin vom Vorabend, flirtend. Dich schweigen machen, den Mund randvoll mit Begehren, so dass jeder Atemzug Gefahr birgt, ein Stöhnen preiszugeben, dass zu viel und dir noch nicht gegönnt.

Gelage

Aggregatzustand Mensch

Um den zeitweise größenwahnsinnig gewordenen Verstand der letzten Jahre hast du dir einen Leib gewunden, bauchnabelzentriert, eine Hüfte gezimmert und ein Becken gerundet, ein Lächeln gewagt, das Zähne zeigt und endlose Sommer verspricht. Hast Fingerbeeren gedrechselt, auf dass Berührungen saftig und die Erdbeeren neidisch. Hast dir den Hunger zum Gesetz, die Gelassenheit als Haltung implementiert und den Genuss als default eingestellt. Cleveres Kerlchen, du.

Mit Haut warst du großzügig, das verwundert mich nicht. Ein wenig dünn ist sie stellenweise, war das eigentlich Absicht? Dass er das Herz hört wenn er vor ihr kniet und seinen schwergewordenen Kopf bergen möchte? Dass du die Muskeln spielen spürst, wenn du dir durch die Schultern blätterst? Dass das Begehren dir ins Gesicht geschrieben steht, selbst wenn du es unter der Decke halten möchtest.

Die Angst hast du eingelagert, am rechten Kniegelenk, sie murmelt leise, macht sich nur bemerkbar, wenn du zu schnell um die Ecke biegst, wenn der Atem dir nicht knapp werden will, auch bei Kilometer 15 plus. Wenn dir einer in den Nacken fasst, das Haar bündelt und dir ein Angebot ins Ohr flüstert, das du nicht annehmen solltest aber tust. Gut, dass der Wille den Schattenmann spielt, immer in Rufweite und nie an der Leine.