Gelüste

man sieht dich nur vom meer aus

ich möchte dir boot sein,
auf deinen wellen mich heimischer fühlen
als an jedem strand;
der hohen see die treue geschworen,
die kämme gestutzt, die wellen entführt.

ich möchte deinen horizont mit weiss aufgerichteten segeln schmücken,
dem wind komplizin, ordentlich schaum vor dem geschürzten bug,
die kompassnadel zum zittern, die gallionsfigur um ihre contenance und dich um dein pokerface bringend.

ich möchte in deinen buchten ankern,
anlanden, wenn du den strand schon hochgeklappt und das tischtuch um deine sieben sachen geknotet –
acht ja eigentlich, aber das sieht man nur vom meer aus.

ich möchte dir welle vorm bug sein,
sturmwarnung schon bei sonnenaufgang und
landzunge mit erdbeereis auf den felsigen lippen. ahoi!

Gelüste

blumen, locken, strand und beton

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wenn wesentlich wird wer abwesend
wenn graut was nach mitternacht feiert
wenn kalt was knietief umarmt werden möchte
wenn nüchtern noch die promille

wenn entzwei etwas spüren wollte und
dein haupt nicht nur blumen verlockt
sondern auch meiner gedankenflut heimat
bin ich meer an deinem strand und sei er aus beton

und seist du rosenrot nur aus wut
und aus purer höflichkeit bis zur schnittkante auf goldkehlchen poliert, ich zöge dich hinaus aufs offene wasser zwischen deinen wimpern oder wie auch immer du den see nennst, der zu deinen füßen ankert, während du schläfst.

ich möchte den tüll unter deinem rock toupieren,
die nackte angst gassi und zum barbier führen,
deinen blick lambada tanzen lehren und dich auf perlen betten,
die noch gezeugt werden wollen.