Gelüste

bevor die woche sich wendet

mit dem tag die wünsche ausatmen, die ich mir morgens in den spiegel gehängt hatte, die nicht hängen bleiben wollten, nicht leuchten und die ich erst an den rocksaum gepinnt und dann für die fahrradtour unter den linken lungenflügel gepackt hatte: einmal tief einatmen, kopf in den nack und einmal schnell schieflegen reicht meistens, es sei denn, es handelt sich um lebensträume, dann ist atemtechnik trumpf.

mit dem ausatmen die sicht auf wimpern und müde blicke freigeben und die strähne, die schon heute früh nicht über los und schon gar nicht hinters ohr wollte. ein letztes mal lächeln, bevor die woche sich wendet, das ende zum anfang wird und der montagg sein haupt hebt, uns ins nächste siebentagerennen zu nicken, wie nur er es kann, den dienstag auf dem schoss und den rücken in sonntagslaune.

du lachst noch im schlaf, das kissen beben machend und der haut um deine mundwinkel diesen einen schnörkel abtrotzend, den ich heimlich in meinen traum entführe, als rune und wegweiser zugleich, meinen lippen den pfad der untugend weisend, zielsicher bis zum znüni.

Gelüste

leibchen, gefältelt

da wo dein leib falten schlägt, in die stille sich gräbt, die du dir zu eigen gemacht hast, da halt ein. mit bloßen knien halt einzug, verschorften knöchels, das haar nachlässig zwischen ohrmuschel und kopfhaut geknöpft, als halte es, was du versprichst.

halt zwei minuten dir warm zum auf der faulen haut liegen, immer zwei mulden auf einmal zum schauern bringend. halt die ohren steif, auch wenn du schmelzen möchtest beim bloßen erspürens des knöchernen alter ego, unter meiner haut.

halt still, leg die zeit beiseite und den blick, lausche tiefer, zärtelnd, da wo sonst nur schweiss, schwer atmend auf einsame poren trifft, sei sacht, passiv, fürchte dich nicht. atme, deinen mutiger werdenden leib über meinen streichend, falten schlagend.