Gelüste

Leibspeise unter Noldehimmel

Du schmiegst dich in die Landschaft, die will, dass du weisst, was ihr blüht, wenn der Schnee Leine zieht. Du bettest dein Ächzen ihr zwischen die frostigen Mulden, häufst Kälte an, trägst Schatten als hinterrücks doppelt so dicht, wie dir gut zu Gesicht stünde. Das Lächeln kommt erst nach dem dritten Grog die Treppe herunter, unter deinen Brauen geboren, seinen Auftritt minütiös geplant, halb grimmige Seufzerbrücke ins Ungemach, halb laszive Einladung ins schneebedeckte und doppelt unschuldig wirkende Hinterland.

Der Fluss umfließt unbeeindruckt Knie für Knie, täuscht Stromschnellen vor, statt ins Stolpern zu geraten, da magst du deinen Daumen noch so kokett übers Ufer halten: per Anhalter ist hier nicht. Die Schindeln tief ins Gesicht gezogen, lehn ich mich in deinen Wind, bin Welle dir und Obdach, Spiegel und Sporn, Muse und Fährte ins rar gesähte, echthaarwimpernumsäumte Heimatgefühl: Willkommen! Strom abwärts ist die Luft rein und der Noldehimmel gedeckt für zwei Leibspeisen wie uns.

Gelüste

Umarmungen pflasterten ihren Weg

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Wort für Wort willst du mich über Lippen schippern, der Schenkel Herr werden, die Inseln des Konjunktiv links liegen lassend, den Imperativ bevorzugen: Sei dir wärmendes Du, deinem Ich keinen Spiegel sondern offene Arme vorhaltend. Sei mir Wanne und Woge, offen wie die See, ungestüm wie die Gischt und unzumutbar zärtlich im Abgang.

Ich wisper’ dir leise Vergnügungen aufs von dir immer wieder bevorzugte Abstellgleis während der Schokoladenkern flüssig und der Winter vor der Tür bleibt, stumm wie kalt und mit der Kraft, uns im Haus zu halten.

Vorhang auf, eine Zigarettenspitze Distanz, please, wenn ich bitten dürfte, danke!

Einatmen und deine Sehnsucht kalben machen, alle Rauchzeichen in den Wind schlagend. Die Sonne kurz vorm Untergang abpassen und zu einem Schattenspiel ausführen. Der Angst Stolpersteine in den Weg legen, Umarmung für Umarmung. Deiner Scham ausweichen, deine Schönheit umgarnen, Faden für Faden dir zwischen Wut und Wagnis weben: rouge. Deiner Schüchternheit streichelnd eins auswischen. Dir ein Wort auf die offen gebliebenen Lippen legen, geschenkt!

Gehen, bevor der Abend errötet, dein Antlitz auf die Bühne bitten für 1, 2, 3 Zugaben. Das Meer zurückpfeifen und der Wonne den Strand und den Steg überlassen, dessen hölzerne Wärme ich unter meinen Ballen spüren werde solange ich einen Fuß vor den anderen setzen werde. Am Ende ein Arm zu viel und zu wenig, den Ellbogen überspannt, meint man fast, bis der Auftritt dem Ausritt die Show stiehlt, wohlwissend dass es um Mitternacht nicht zurück in den Stall geht, sondern an Land, dessen Zunge sich bereits betont nachlässig die Lippen leckt. Enchantée!