Gelüste

la cerise sur le gateau

drang und obst standen ihm spalier,
ihm, der da barfuß ging:
mon cheri!

kirschen der himmel: wahret den ast,
seid süß oder sauer,
nur drall bis auf den kern.

der kern, den ich spucke,
zur wahrheit mindestens zwei armlängen
abstand haltend.

Gelüste

bloß, blond und blauäugig

Sei Feind mir im eigenen Bette,
zieh meinem Ego das Fell über die Ohren,
bis nichts mehr denn Atem; der deine
Lass mich stehen, wie ich bin: bloß, blond und blauäugig.

Bette deinen Leib mir zu Füßen,
vergeblich Schatten suchend und
uns die Geborgenheit in Fetzen aber köstlich wie Antipasti zum Fraß vorwerfend:
Sei nackt und wild und wandelbar!

Schau uns an, indiskretestens, Gefährte, heute ist Markttag,
und es gibt Haut, frisch geölt und auf Sichthöhe drapiert, ausschnittweise.
Lass durch deinen Blick deinen Zynismus Kommata setzen zwischen meine Lüste,
großzügig wie die Wochenendbeziehung mit meinem Ego und ebenso vergeblich.