Gelüste

Ich nenn‘ es Kaiserschnitt

Dieses ewige Versteckspiel so satt, stattdessen Sehnsucht nach klaren Worten, einem nur. Einem, das trifft. Prägnanz. Wucht. Vehemenz. Und nicht einem nur, einem ganzen Wagen voll. Endlich wieder wühlen in Satzkonglomeraten, eingraben in Formulierungskünsten, untergehen in waghalsigen Worttoupets bar jeden Satzzeichens. Endlich mal nicht mehr jedes Wort vom Munde absparen, stattdessen verschwenderische Schachtelsätze verteilen. Eigene Texte bauen. Lesen, stapelweise.

Dem dräuenden Dunkel abschwören und wie Liz Farbakzente setzen, es wagen, bemerkt zu werden. Die Haare nicht nur zum Schutz missbrauchen, sondern mit Glanz versetzt mir ums Haupt winden. Knie zeigen und Stiefel tragen, die neuen roten zum Beispiel. Die Ohren mit Musik verwöhnen, möglichst welcher, die gleich die Knie mit befruchtet und den Leib beben macht, Kurven ziehen. Lachen, ganz wichtig. Lachen, mit beiden Augen und ganz tief aus dem Bauch heraus. Teilen, mich, meine Lust und das Leben nach Feierabend.

Mutig sein und weitergehen, weiterfragen auch. Neue Ziele bestimmen. Rat bei Fremden einholen, Freunde zum Kochen einladen und umgekehrt. Gemeinsam essen und zwar gut. Sorgsam mit mir sein in jeglicher Hinsicht, das haben mir die letzten 2 Wochen in all ihrem Schrecken mal wieder nahe gebracht. Den Blick in den Spiegel wagen und Umarmungen tunlichst nicht immer aus dem Weg gehen. Nicht nur verzichten, auch mal zuschlagen, zärtlich versteht sich, genießerisch. Ein, zwei Ladungen Kunst ins Hirn schaufeln und jede Menge Leichtigkeit. Ob’s klappt?

Gelüste

Leibliche Übersetzung

In manchen Nächten singt dein Auge tränenlose Klagen, in anderen da lacht es braune Butter, streicht mir die Leichtigkeit halbfett unter den Daumennagel. Zwischen eben noch wach und noch lange nicht fit ragt dein Zeh vor dem Wecker schon zwischen Schenkelspitzen hervor, nur unzureichend über dem Knie.

In mancher Nähe wagt das Ich ein Stelldichein unter deinem raunenden Blick, hält inne, atmet ein und aus.Verwundet. Greint. Räkelt sich eine Mulde an dem Schulterblatt, das gerade greifbar. Trägt die fremde Wärme mit wachsender Gelassenheit ins eigene Unterhautfettgewebe. Schmatzt. Malocht gegen die lauernden Fluchtreflexe.

Ragt übers Fensterbrett, die Zunge im Wind baumeln lassend. Dehnt krächzend Wirbel in Umarmungen und wieder hinaus. Tastend. Schmiegt fahrige Schatten werfend Waden an Hüften, Knie an Brustbeine. Verleibt sich einen Atemzug nach dem andern ein, in deiner Nähe, Schluckauf hin oder her.