“Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) formulierte unter dem Schlagwort “22-77-99″, dass es ein Fernziel der Prophylaxe sein müsse, wenn bei 99 Prozent der Bevölkerung die 77-Jährigen noch mindestens 22 Prozent der eigenen Zähne in Gebrauch haben könnten”, weiss die Krankenkasse zu motivieren.
Na denn auf zur Prophylaxe, die meine Krankenkasse zwar nicht bezahlt, aber wer will schon 22-77-99 gefährden? (Mein Zahnarzt arbeitet Gott sei Dank hauptstadt- und medienberufkompatibel jenseits von 08/15 auch mal bis 22 Uhr.)
Generika
Setzen, Sex!
Knirschenden Herzens die Heimat aus dem Unterbauch vertrieben, aus Nase und Ohren gestrichen, die Kindheit Feiertag für Feiertag in Quarantäne gesetzt und sich dem nächsten Jahrzehnt an den Hals geworfen. There is no day like Monday, wenn du dein Leben ändern möchtest und, wer möchte das nicht?
Mit wohl-lüsternder Anteilnahme Termine versaut, 7-Tage-Wochen-weise, süffisant lächelnd To-do-lists – eigene und die des Chefs – den lodernden Flammen des Feger-Feuers zum Fraß vorgeworfen, das Telefonklingeln kurzerhand als unerträglich aufdringlich kategorisiert und mit Blicken zum Schweigen gebracht, Deadlines ihrer haarsträubenden Herzen beraubt und zwei Tage lang stur Artischocken frisiert. Der Trend geht zum Zweit-Tag, zur Dritt-Nacht, zum Pyjamajäckchen mit fliederfarbener Halskrause.
So geht das nicht. Ich möchte (k)ein Inmich sein: Man entschuldige sich ein weiteres Mal zu viel und gewinne an Verachtung. Jedem das Seine? Zu viele Fragezeichen, zu viele Vielleichts, mögen sie noch so entschieden sein: Erst auf der vierten Bank wartet der Fehdehandschuh, das Tête-à-tête, die Yogaklasse – wohl dem, dem die Schuhe passen, dem die Oberschenkel gestählt, dem die Blickrichtung vorgegeben.