Gerda

Once more

Auf ein Neues:

Wortlosigkeit, und selbst das nur nach Mühen. Hinter jedem Aber eine Träne, für jedes Lächeln Muskelkater, jede Wut kostet Schmerz. Trotzdem: Aus voller Kehle geweint.

Immer und immer wieder und noch einmal und wieder von vorn und von hinten aufgezäumt und noch einmal aufgenommen den Faden, aufgefädelt, eingefädelt, angeknüpft und um die nächste Ecke geschaut, weitergegangen, noch einen Schritt, Grenzen getestet, gedehnt, durchgehalten und Hoffnung gesät, die Hand aufgehalten, frisches Moos gezüchtet über die Furchen, die Augen offen gehalten, den Fluchtreflex gezähmt, dem Hunger standgehalten, der Distanz entsagt und immer und immer wieder Geschichten erfunden, Skizzen gefertigt, Improvisationen gewagt, abgeändert, verworfen und das Gespräch gesucht, Gemeinsamkeiten erfunden, geglaubt an das Blaue und Feine, die Müdigkeit fortgelacht und neue Schuhe gekauft und doch: No more Gesellschaft, please.

Gerda

day by day

An der Ringfingerspitzenkuppel einen Tunnel gegraben, tief, und doch nicht tief genug. Nicht tief genug, dass der Wind hindurchführe, der warme des heurigen Sommers, der oft genug regennass labende. Nicht tief genug, nicht einmal porentief und doch Narben tretend und das an einem Donnerstag. Den Freitag mit Fragen verbracht, den Samstag mit Nachtreten.

Sonntags dann genüsslich die Wanne geschrubbt und dabei den entstandenen, mittlerweile juckenden Schorf, abgekratzt. Die braunen Sprenkel auf dem blitzweißen Wannenboden in Szene gesetzt und mit der Lieblingskamera fotografiert. Den noch schlafenden Mitbewohner rechtzeitig bemerkt und mit der Frage nach den preferierten Brötchen erfolgreich abgelenkt.

Am Tisch dann um die Wette Croissants gekrümelt und dem Nutella vermissenden Gaumen Erdbeermarmelade untergeschoben. Am Kaffee erfreut und Punkt für Punkt die nächste Woche auf die To-do-List befördert. Die keifende Sehne an die Hantel genommen und ihr und den immer noch bloßen Füßen gezeigt wo der Hammer hängt. Hängen sollte. Hing. Endlich Schmerz.