Gestik

Cold as Ice

Den Ofen nicht zu verlassen genügt nicht, um es warm zu haben. Die handschriftlichen Notizen offenbaren zudem die schichtwechselbedingten Unregelmäßigkeiten bei der Atemzufuhr. Es mangelt an nackter Haut. Wahlweise ein tauber rechter Arm mit eisgekühlten Fingern oder aber ein professionell seziertes Brustbein ergeben keinen adäquaten Ersatz.

Das Lächeln einzusparen war keine gute Idee, man habe das im Vorhinein gewußt. Wöchentlich angesetzte Vorlesestunden erscheinen zwar reizvoll, machen aber die fehlende Sinnlichkeit nicht einmal ansatzweise wett. Leere, wenig originell, füllt jeden nur erdenklichen Raum zwischen To-Do und Hunger, senkt den CO2-Ausstoss und sorgt für mehr Aussicht. Die Sehnsucht aber lässt das ziemlich kalt.

Gestik

Die Arrière-Garde im 7. Himmel

Der Spektralleib zieht sich dahin, wirft im Laufen, die Tür noch in der Hand, Gehröcke wie Speichelfladen von sich. Weit. Eine Rasterfahndung nach verleumdeten Partisanen schürt sein Aggressionspotenzial ins Unermessliche, unbeteiligt nah. Er räuspert sich in den Stiefelschaft der Rotblondgelockten von schräg gegenüber und verflucht seine zyanotischen Lippen: zu viel Lipgloss wär’ auch keine Lösung.

Es gibt der Tage viele, an denen die Bauchdecke zur Heimat der Steptokokken verkommen die Faszien mit Schmerzen belegt. Dann gilt es die Organe zu zusammenzupacken, Sehnen und Blut einzulagern, das Gebiss zwischenzuparken und sich aufzumachen gen Zimmerdecke, Parkschein hin oder her. Nicht innehalten, nicht anhalten, nicht erhalten – durchhalten, die Avantgarde im Rückspiegel.

Runzeln züchten und baldmöglichst beidseits des Nasenrückens, zwischen Bartstoppeln wurzelnd lässig hinters Ohr geschoben getragen, lautet sein ausdrücklicher Plan für den Sonntagvormittag. Frühstück vermeidend der Siesta von 7 Uhr früh entgegenfiebernd und mittels karbonhaltiger Peeling-Mousse der Faltenentwicklung großzügig Vorschub leisten. Dann vielleicht, aber erst nach 17 Uhr dann, ein Lächeln wagen mit offenem Visier und zitternden Lippen.