Geliebte

Wie ich mich in dir vertraute

Safety | © Anne Seubert

Wie ich mich in dir vertraute,
alles dir zu und an dich dichtete,
das mögliche zuerst, später auch was womöglich alles andere als vertraut, sondern vielmehr auf dem Sprung in ein Werden, das noch keine Gestalt.

Wie ich mich dir anvertraute, uns zutraute was Vertrauen möglich macht, wenn von beiden Seiten in die Waagschale und darüberhinaus ausgesprochen und verankert, was am Boden unbesiegbar schien.

Wie ich mir in dir zutraute, zu mir zu kommen, Gestalt anzunehmen und Vertrauen in eine Zukunft, die noch nicht, nicht Gegenwart, nicht Boden, nicht Sinn noch Verstand, aber davon mehr als genug für ein Leben danach, darauf, und dran, und das an dir.

Wie wir uns trauen, zu und an und über alle Zweifel hinweg in ein Ja, das Jahre wie Tränen intus, innerlich seit dem ersten Blick, sichtbar erst heute das Gestern ernst genug für ein Morgen zu zweit nimmt und hält, was es damals versprach. Safe the date!

Gegenwart

Deivierteldruck

Druck | © Anne Seubert

Er sagt nicht viel, aber der Druck steht ihm auf die Stirn geschrieben. Die Stirn, die er hoch trägt und noch höher leben lässt, als hätte sie heute Geburtstag.  Ein Tag, der feiert, was ist und Kunst! Eine Kunst, die er beherrscht, dabei kann Kunst viel, aber kaum Druck aushalten. Halt, den sie braucht, wie eine Wand, die sie trägt, ausstellt, sich anlehnen lässt, die sie aufnimmt, annimmt und ihr alles an Fragen abnimmt.

Druck, fragt sie, und er zeigt auf den Graben, der tief sich durch das platte Land schmuggelt. Druck kann Berge versetzen, kann Land (und Fragen!) aufwerfen, kann in aller Stille gefährlich werden, kann blau vor Anstrengung die Stille explodieren lassen, kann sich auflösen in einem Schrei. Schrei, hakt sie ein, und stellt die Gedanken scharf und das Wundern ein, es braucht einen, der schreit, wenn es wehtut, der nachgibt und auf, der Wunder am Haken hat und eine Flosse aus drei Viertel Wünschdirwas und einem Viertel Stein.

Drei Viertel sind ein guter Anfang, eine eindeutige Mehrheit und ein Takt, in dem sich tanzen lässt, ahnt er öffentlich. Drei Viertel lassen eins aus und offen und uns ins Blaue tauchen zwischen Pause und Pinselstrich, zwischen Leinwand und Druckerschwärze hindurch in ein Bild, das die Zargen ehrt, sich dem Schloss fügt, aber doch lieber selbst über die Schwelle tritt, als getragen zu werden.