
So sei es! Es wird liebevoll lecker und hörbar leise.
Noch gibt es Tickets, meldet euch an unter info@cooksconnection.de

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Ob ich gut hergefunden hätte, fragst du, als wäre ich das erste Mal zu Gast, als lägest du so, dass man dich nur einmal im Leben besuche, als kenne man sich in dir nicht aus, wenn man nicht hier geboren oder doch zumindest, na, du weisst schon. Andererseits, gestehe ich, allerdings nur mir, lasse ich mich von dir gerne an die Hand nehmen. Ich folge deinen Blicken leicht in die über Jahre gefältelten Gassen und lausche deinen Geschichten zu Namen in der Wand und auf Schildern an Mauervorsprüngen, die zuhören können und es, so vermute ich, wenn nicht faustdick, so doch zumindest fingerdick hinter den Ohren haben. So manche lerne ich durch dich erst kennen, andere besser. Der also auch. Und die dort damals, wer hätte das für möglich gehalten, in diesen Zeiten, was eine Chuzpe und seit so vielen Jahren. Zwischenzeitlich falle ich deiner Stimme anheim, vernehme nur mehr Tonfolgen, Atemzüge, die kommen und gehen und das Gesagte auf die richtige Spur bringen oder betonen. Den Inhalten abhold für Momente, wandere ich weiter in das Mauerwerk hinein und in die Zeit, die damals echt und in Farbe war, und Menschen nach Wien zog, die diese Stadt zu dem machten, als das ich sie heute kennenlerne. Diese Menschen, die Spuren hinterließen und Witz und einen Ruf, den noch so viele Zugezogene nicht unterwandern können.
Berlin, wiederholst du den Namen der anderen Stadt, die in unseren Gesprächen eine Rolle spielt, und fügst eine Stimmung hinzu, die mir zu verstehen gibt, dass du dort noch nicht warst, dass du es nur aus der Distanz kennst, dass es also etwas Unbekanntes ist, eine Stadt, die du bei der ersten Begegnung noch siezen und höflich nach ihren Schokoladenseiten fragen würdest. Ob es etwas gäbe, dass es sich anzuschauen gebühre, etwas, auf das sie, die Stadt, besonders stolz ist? Etwas, dass es nicht zu verpassen gilt? Du würdest aufwarten mit einer Handvoll der üblichen Sehenswürdigkeiten und Berlin damit zu schmeicheln wissen. Gleichzeitig würdest du aufpassen, nichts grob Falsches zu sagen, das eure Beziehung aufs Spiel setzen könnte oder Berlin in Verlegenheit bringen. Der Flughafen wäre tabu und die Verwaltung, aber früher oder später liefe es auf einen Vergleich heraus – große Schwester, kleiner Bruder oder doch eher Cousinen zweiten Grades?
Vorgelesen? Gerne: