Gemäuer

Zeichne mir ein Hier im Jetzt

Zeichne mir ein Hier | © Anne Seubert

Wir machen durch, sagt dein Blick.
Wir lassen offen, zeigen deine Arme
Wir legen auf, spüren deine Hände.

Bevor es später wieder keiner war, raunt dein Daumennagel mir seine Initialien in den Schoß, blaubeern und sanft, dabei den dreifachen Konsonanten auf der Nagelhaut balancierend.

Wir fahren fort, ergänzt dein Atem.
Wir lesen vor, flüstern deine Wimpern.
Wir kommen später, murmeln deine Knie.

Nie wurde auch selten zelebriert, machen deine Lippen mir den Hof, der Laden und Luke zugleich, Zittern und Zeugenstand, bis das Jetzt dem Nie die Zungenspitze reicht und Schauern auf ewig erntet.

Wir riechen Lunte, radebrecht dein Rücken.
Wir nehmen nach, seufzen deine Schenkel.
Wir bleiben außen vor, ahnen deine Ellbogen.

Gegen die Wand, weiss dein Willen die Leere zu delegieren, die uns vor Mitternacht besucht, als der Zeiger heimlich über Los fuhr und die Minuten plötzlich nacheinander aus dem Rahmen fallen. Jetzt ist eine runde Sache, auf den Punkt genau im Hier gelegen, Mittel zum Zweck und Wahl des freien Willens zugleich, alles Weitere obsolet.

Zeichne mir ein Hier im Jetzt.

Gelage

Zeit wär’s

Zeit wärs | © Anne Seubert

Zunehmend lichter
die Worte hintangestellt für eine Atempause
für eine Runde zwischen Schatten
für ein Bild ohne und mit und
und mehr
ich würde lügen würde ich
ganz Licht

Schatten bergend
in der hohlen Hand spielst du
den Ball zurück ins Spiel und die Sonne
über Los: einen Tag in Grund und Boden
das Schwert in beiden Händen
stundend

Minuten, die zu Licht geworden,
da du sie in den Mund genommen hast,
nicht jetzt, nicht gleich, nachmittags,
sagst du, wären vielleicht zwei frei
geschwommen wo der See die Biege macht,
zum Fluß sich krümmt, in den dein Zeh passt
wie gerufen,

Zeit wär’s!