Geliebte

Häuptling Nachwachsendes Herz

Feldstecher | © Anne Seubert

Das Unbegriffene zum Anlass nehmend,
wächst das angegriffene Herz über sich hinaus,
glückt das Gedicht im zweiten Anlauf,
auf mehreren Ebenen.

Der Grund ist ein anderer,
verrät erst in glaskugelrunder Tiefe der See,
in dem das Wasser sich teilt in Ebbe und Flut,
wo du zu strahlen beginnst.

In Ermangelung eines Meeres
wächst das Fernweh prompt ins Unersättliche:
den Abschied zu päppeln, das Licht höher zu hängen,
den Grund tiefer zu legen und die Sprache auf’s Kreuz:

Noch am Strand in Sprunghaft genommen
ersinnt das nachwachsende Herz somnambul
einen leuchtenden Garten,
der dein Rückgrat erklimmt und so voller Zärtlichkeit noch jede Böschung sprengt:

Wenn ich in deinem Körper Urlaub plante, wo würde die Reise hingehen?

Gemäuer

moi non plus

Klatschmohn | © Anne Seubert

 

wo das UN dem VER die Hand reicht
taucht das SEHR aus der Versenkung
schlägt die Brücke zum T, verschluckt das Z

Nie sagst du, und ich noch immer nicht

wo das SEHR die Balance sucht
stellt das H die Wand, täuscht Eitelkeit vor
und hat doch nur drei Hände frei

Dein Wort gibst du, und ich zu

wo der Weg bereit schien
öffnete sich der Boden auf der ersten Note
gab für Momente den Untergrund preis und begann dann doch zu beben

Unversehrt waren wir nie.
Unumschlungen blieben wir noch im zärtlichsten Hauch.
Untertage wagten wir uns erst 40 Ali-Baba-Jahre später.