Gelage

Now is where my heart is

feierabends beide arme hängen lassen und gehen
schlendern statt gehen, hüpfen!
gehen wohin der pfeffer wächst und die schatten lange blicke werfen:
flirt, du mut gewordene zärtlichkeit
du spitzbübisch lächelnder schwarm meiner seele
das leben blüht vielleicht auch backstage, ganz sicher sogar,
und vielleicht da ganz besonders

jenseits des zauns lässt der duft deines lächelns den flieder stehen,
aus dem lied, das mir der mond erzählt eine zeile entführend
auf der meine gedanken sesshaft werden möchten.
schweigend malst du eine welt, eine welt aus waldrand und wetterscheiden,
dort wo sich der wind ins korn verweht, verwirklicht zu was er geboren:
goldrausch auf dem letzten ton des freitäglichen sonnenuntergangs
vermählt im anblick der sterne, baum für baum sich dem meer der musen anheim gebend
die sich eingefunden in zweiter reihe und nachtkleid.

du zeichnest uns ein lied, das sich trägt, trägt und
verträgt mit dem allnächtlichen chor der stille
stille, die wir sinken lassen bis die angst sich zurückgezogen
zwischen alle stühle und schemel fließend, beine zum schmelzen bringend
boden bereitend für ein leben ohne leine, gegossen in die hände von poeten

und mit dem ersten wort schwingt sich dein gottvertrauen auf,
mich zu tränken für den abstand zwischen letter und komma, zu fruchtbarkeit auserkoren:
den atem schöpfung lehren, zug um zug und wange für wange,
hauch an lippe, lippe an locke, locke an stern und stern an herzgeflüster,
denn noch nicht immer gelingt es ein lied zu flechten, das deiner tonlage herr.

Gelüste

Kompass? Das Zittern der Sterne!

ALMA antennae bathed in red light. in the background there is the southern Milky Way on the left and the Magellanic Clouds at the top. Credit: ESO/C. MalinALMA antennae bathed in red light. in the background there is the southern Milky Way on the left and the Magellanic Clouds at the top. Credit: ESO/C. Malin

‘‘When I was young, we had canoes,’’ Kelen told me one afternoon on Aur. ‘‘We didn’t have TVs. In evening time, my father would open his arm, like this, and say lie there,’’ he tapped the inside of his elbow, ‘‘and he would tell me the legends of sailing. Some people have those heroes, like Superman, and they’re picturing they are Superman.
When my dad talked about sailing, I was on that canoe.’’

Kim Tingley, ‘The Secret of the Wave Pilots’, New York Time Magazine, 03/2016

Die Sterne trugen Schwarz in dieser Nacht als sich zwischen meinen Ellbogen ein achter Ozean aufmachte, deine Küsten zu umspielen und dein Segel herauszufordern, August mit Namen. Drei Ellen waren ihm eine zu wenig, er machte sich breit, meinen Nabel auslotend um dir eine Handbreit Tiefe gewähren zu können, egal wie quer du dich stellst.

Beide Schultern schobst du ins neu geschöpfte Meer zwischen meinen Armen sobald von Wasser die Rede und die Wellen bereit, deinen Rücken zu tragen. Die Wellen, die mein Becken Beben für Beben preisgab, einatmend Ebbe, ausatmend Flut kredenzend, mehr unseren Atemzügen als dem Mond Folge leistend, der kreisrund am Himmel thronend Schmiere stand auch als wir die Augen schlossen.

Als die Dunkelheit sich zurückzog, gab der Himmel behutsam das Zittern der Sterne preis, Kompliment und Kompass zugleich für diesen Morgen, der das offene Meer spontan als Heimat adoptiert hatte.

Optionaler Soundtrack: Dope Lemon: Where do you go